"Wahnsinn" – Bürgermeister Thomas Schäuble und Planer Karl Haag vom Stuttgarter Büro Wick und Partner waren begeistert vom großen Andrang in der Gemeindehalle Oberlauchringen. So voll ist sie sonst bei Fasnachtsveranstaltungen oder Konzerten. Mehr als 200 Besucher waren gekommen, um sich an der Informationsveranstaltung zur Oberlauchringer Ortskerngestaltung zu beteiligen. Mehr noch: Sie brachten bereits konkrete Ideen mit.

Es war offensichtlich. Den Oberlauchringern liegt ihr Ortsteil, vor allem der historische gewachsene Kern um den Lindenplatz am Herzen. Das Altdorf, wie es oft genannt wird. Sie wollen mitgestalten. Auch Einwohner aus den Wohngebieten jenseits der Wutach und Unterlauchringen interessierten sich dafür, was sich tut im Ortsteil. „Wir haben einen ganz besonderen Ortskern mit ganz besonderen Menschen“, sagte Schäuble, der selbst im Oberlauchringer Altdorf aufgewachsen war. Haag bestätigte: „Die Gemeinschaft hier am Ort scheint anders als anderswo zu sein.“

Den Beweis lieferten die Besucher schnell. Einige hatten sich schon intensiv mit konkreten Projekten und Initiativen befasst. Kata Binner, Annette Schäfer und Gabi Frey stellten das Café Fräulein Linde vor. Sie denken an ein Tagescafé im Herzen der Ortsmitte, ein Unternehmen für das Dorf, das nicht profitorientiert ist und keine Konkurrenz zur bestehenden Gastronomie sein soll. Sie sprachen von einem Projekt zur Dorfverschönerung und zur Stärkung der lebendigen Gemeinschaft. Gertrud Bernauer-Eckert stellte einen Ansatz zur Umgestaltung des Pfarrgartens zu einem Ort der Begegnung und für Veranstaltungen vor. Das Büchereiteam wünscht sich eine barrierefrei zugängliche Mediathek. Claudio Spitznagel und Benjamin Scholz-Tautz arbeiten am Projekt „ Das Leutehaus“, an einem Café, stark verbunden mit Veranstaltungen. Von so viel Input war selbst der erfahrene Planer tief beeindruckt: „Das ist eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit.“

Haag stellte die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vor und erkannte: „Wir sehen hier reichhaltige Potenziale.“ Er zeigte unter anderem Möglichkeiten auf, wie man Scheunen in attraktiven Wohnraum ungestalten kann. Ein Thema, das auch die Besucher beschäftigte: Den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt und der Kirchstraße zu beruhigen. Öffentliche Straßenräume und Plätze könnten aufgewertet werden. Bei allem sollten jedoch die Vielfalt und Abwechslung in der Ortsmitte erhalten bleiben.

Die Besucher klebten eine Menge Ideen an die Pinnwände. Das Planungsbüro nahm die Ergebnisse mit und wird sie im nächsten Schritt verarbeiten und ein erstes Konzept vorlegen.

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