Er steht in seiner Apotheke und zeigt auf das Luftbild der Gemeinde Lauchringen, das in seinem Büro hängt. Ein Geschenk von Herbert Sauerbier, von dem er 2013 die Apotheke übernommen hat. Ja, das ist Lauchringen, die Gemeinde, für die er sich jetzt verstärkt einsetzen will. Ralf Oehler sitzt seit der Kommunalwahl im Mai im Lauchringer Gemeinderat. Er ist einer von vier Neulingen im Gremium.

Mandat über die CDU-Liste

Sechs Monate sind seit der Wahl vergangen. Oehler wurde mit 2077 Stimmen gewählt. Er erhielt über die CDU-Liste ein Mandat. „Ich war selber überrascht über die vielen Stimmen. Ich hatte ja kein Gefühl dafür, ob ich es schaffen könnte“, sagt er heute mit einigem Abstand. Am Wahlabend sei er zu Hause gewesen. „Ich konnte nicht schlafen.“ Per Whatsapp seien die ersten Glückwünsche eingegangen.

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Gesundheitswesen und Infrastruktur

Eins war für ihn im Mai klar: „Wenn man sich aufstellen lässt, sollte man auch die Ambitionen haben, einen Sitz zu bekommen.“ Mit dem Brustton der Überzeugung sagt er: „Ich bin Lauchringer, ich bin hier aufgewachsen, habe hier meine Kindheit und Jugend verbracht und arbeite im Ort.“ Deshalb sei für ihn klar gewesen, dass er gewillt ist, mitzugestalten, Veranwortung zu übernehmen. „Lauchringen ist mir wichtig, weil es meine Heimat ist.“ Er möchte etwas verändern, seinen Teil dazu beitragen. Das Gesundheitswesen, die Infrastruktur sind ihm ein wichtiges Anliegen. Er möchte Bürgernähe zeigen.

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Beeindruckt von der Harmonie

Ein halbes Jahr ist vorbei, einige Sitzungen hat es schon gegeben. Zudem ist er im Technischen Ausschuss. Ganz neu ist das Prozedere im Gremium für ihn nicht. Er war oft als Gast in den öffentlichen Sitzungen. Dennoch schildert er seine Eindrücke: „Ich bin beeindruckt von der Harmonie im Rat.“ Die ersten Wochen waren begleitet von Klausurtagung und begleitenden Seminaren. Einführungen ins Kommunal- und Planungsrecht standen unter anderem auf der Agenda.

Aufwand größer als gedacht

Seit der Neuformierung hat sich das kommunale Gremium schon mit einigen Themen befasst: Altdorfsanierung in Oberlauchringen, Überbauung des Lauffenmühle-Areals, Jugendtreff und diverse Bauvorhaben. „Der Aufwand ist größer als gedacht“, verrät der 45-Jährige. Vor allem müsse er in seinem Geschäft alles koordinieren, damit er pünktlich zu den Sitzungen kommt.

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Die Unterlagen lese er an den Wochenenden. Gemeindeanlässe, Termine kommen dazu. „Als Selbstständiger muss ich schon schauen, dass alles organisiert ist, dass ich die Termine einrichten kann“, sagt Oehler. Auch die Einwohner rufen ihn an oder sprechen ihn in der Apotheke an, um ihre Anliegen vorzutragen.

Langweilig wird es nicht

Zumeist gehe es bei den Hinweisen der Bürger um den Verkehr, die Parkplatzsituation oder Bauvorhaben. Oehler nehme sich die Zeit und fahre mit dem Fahrrad hin, um sich vor Ort selbst einen Eindruck vom Geschilderten zu verschaffen. „Ja“, sagt er, „es bleibt spanndend, es gibt so viele Projekte, dass es nicht langweilig wird.“