Mit so einer großen Resonanz hatte Felix Schreiner nicht gerechnet: „Wir sind überwältigt“, sagte der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Lauchringen, als er die rund 150 Gäste statt der erwarteten 50 beim Sommerhock des Ortsverbands begrüßte. Es waren aber nicht allein die kühlen Getränke und heißen Grillwürste, die die große Besucherschar auf die Baustelle östlich des Friedhofs von Oberlauchringen lockte: Die Lauchringer und Bürger umliegender Gemeinden wollten erfahren, wie es mit der Ortsumfahrung Oberlauchringen weitergeht.

Zu diesem Thema hatte Felix Schreiner den zuständigen leitenden Baudirektor Dieter Bollinger eingeladen. „Bürger kommen immer wieder auf uns zu und fragen: Wie geht es weiter?“, sagte der Gastgeber. Schreiner verwies beim Sommerhock auch auf den Artikel in unserer Zeitung von Anfang Juli, in dem Bollinger bereits aufgezeigt hatte, warum das Großprojekt erst Ende 2021 fertig werden soll.

Freuen sich über die gute Resonanz des CDU-Sommerhocks auf der Baustelle (von links): Baudirektor Dieter Bollinger, Ortsvorsitzender Felix Schreiner, die Gemeinderäte Karl Stärk, Tobias Weissenrieder, Günter Dick und Hermann Pfau sowie Hans-Joachim Bumann, ehemaliger Abteilungsdirektor für Straßenbau beim Regierungspräsidium Freiburg, und Bürgermeister Thomas Schäuble.
Freuen sich über die gute Resonanz des CDU-Sommerhocks auf der Baustelle (von links): Baudirektor Dieter Bollinger, Ortsvorsitzender Felix Schreiner, die Gemeinderäte Karl Stärk, Tobias Weissenrieder, Günter Dick und Hermann Pfau sowie Hans-Joachim Bumann, ehemaliger Abteilungsdirektor für Straßenbau beim Regierungspräsidium Freiburg, und Bürgermeister Thomas Schäuble. | Bild: Juliane Schlichter

„Das ist nicht einfach nur ein kleines Sträßchen, sondern eine große Maßnahme“, zeigte Schreiner Verständnis für die lange Bauzeit. Dennoch versuchte er mit einem Augenzwinkern, Dieter Bollinger einen früheren Zeitpunkt für die Fertigstellung aus dem Ärmel zu locken. Dieser schüttelte allerdings den Kopf, bevor er den Zuhörern die Baumaßnahmen anhand von Karten, Skizzen und Tabellen erläuterte.

800 Meter der insgesamt 2,1 Kilometer langen Ortsumfahrung Oberlauchringen sind bereits gebaut und freigegeben – die restlichen 1,3 Kilometer sollen bis Ende 2021 fertig sein. Bollinger gab zu, dass der Laie sich fragen könnte, warum diese kurze Strecke, die zumal durch flaches Gelände führt, so lang bis zur Fertigstellung benötigt. Er führte aus, dass die Straße zwei Bahnlinien kreuzen und über eine Brücke über die Wutach führen wird. Für diese drei Bauwerke seien zeitaufwändige Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und der Wasserwirtschaft erforderlich.

Zahlreiche Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen

„Wir bauen nicht nur eine Straße, sondern tun auch etwas für die Natur“, zählte der Baudirektor die Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen auf, die ebenfalls Teil des Großprojekts sind. So soll unter anderem die Gemeindestraße zwischen Schwerzen und der Abzweigung nach Bechtersbohl entsiegelt werden, und der Klingengraben soll möglicherweise ein neues Flussbett erhalten. Außerdem erhält die neue Straße zwei bis drei Meter hohe, so genannte, Irritationswände, die verhindern sollen, dass Fledermäuse beim Überfliegen der Fahrbahn gegen Lastwagen prallen.

So berichtete unsere Zeitung am 7. Juli 2018.
So berichtete unsere Zeitung am 7. Juli 2018. | Bild: Kristin Berndt
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Tobias Weissenrieder, Fraktionsvorsitzender der CDU Lauchringen, wollte von Dieter Bollinger wissen, ob die geplante Straße nachträglich verbreitert werden kann. Sollte das Verkehrsaufkommen stark zunehmen, „kann man immer eine zweite Fahrbahn dazu bauen“, antwortete der Baudirektor. Bei den Bauarbeiten werde auch genug Platz für ein mögliches zweites Gleis auf der Bahnstrecke gelassen.

Trotz der langen Bauzeit sagte Felix Schreiner, dass man in Lauchringen froh sei, überhaupt so weit mit der Ortsumfahrung zu sein. „Viele Gemeinden in der Region zwischen Rheinfelden und Grimmelshofen warten auf so einen Tag“, sagte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf den Spatenstich für die Ortsumfahrung vor einem Jahr.

Warum Hans-Joachim Bumann als "Vater der Ortsumfahrung" gilt

Bürgermeister Thomas Schäuble erinnerte an die Planungszeit von insgesamt 27 Jahren. „Man muss an Dingen dran bleiben und darf nicht verzweifeln“, sagte der Rathauschef und erwähnte dabei auch die Stolpersteine. 2011 stand das Projekt auf der Kippe. Hans-Joachim Bumann, früherer Abteilungsdirektor für Straßenbau beim Regierungspräsidium, habe den damaligen Staatssekretär Rudolf Köberle überredet, das Planungsrecht zu vergeben. „Das haben wir dir zu verdanken“, sagte Schäuble an Bumann gewandt. Der „Vater der Ortsumfahrung“, wie ihn Schäuble und Schreiner vorstellten, war ebenfalls zum Sommerhock des CDU-Ortsverbands gekommen.