Seit dem 1. Dezember 2015 schreibt die Gemeindeordnung den Gemeinden vor, dass sie Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen sollen (bei Kindern), beziehungsweise beteiligen müssen (bei Jugendlichen). Dazu können von den Gemeinden geeignete Beteiligungsverfahren, wie zum Beispiel ein Jugendgemeinderat oder andere Jugendvertretungen eingerichtet werden, schreibt § 41a der Gemeindeordnung vor.

Die Landeszentrale für politische Bildung hat in einer Studie aus dem Jahre 2015 ausgeführt, dass demokratische Grundsätze und politische Zusammenhänge für Kinder und Jugendliche besser verstanden werden, wenn die Betroffenen selbst auf Entscheidungen Einfluss nehmen und ihr Umfeld mitgestalten können. Deshalb müssten Kinder und Jugendliche befähigt werden, ihre eigene Meinung zu formulieren und die Möglichkeit erhalten, diese bei Entscheidungen einfließen zu lassen.

Um dieser Forderung gerecht zu werden, richtet die Gemeinde Lauchringen eine "Kommunale Jugendgruppe" ein, deren Gründungsversammlung am 17. September vorgesehen ist.

Die Erfahrungen aus anderen Kommunen hätten gezeigt, dass es nicht immer einfach ist, Jugendliche für einen Jugendgemeinderat zu begeistern, erläutert Irina Bekker, Ausbildungsverantwortliche bei der Gemeinde Lauchringen und federführend zuständig für die Kommunale Jugendgruppe. Deshalb werden bei der Gemeinde Lauchringen alle Auszubildenden, Praktikanten und sonstige jungen Bediensteten zur Gründungsversammlung eingeladen.

Irina Bekker hat mit dem stellvertretenden Hauptamtsleiter Denis Bartosch und dem Sozialarbeiter Sascha Travica, sowie mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung ein Grundsatzprogramm ausgearbeitet, bei dem die Teilnehmer in mehreren Sitzungen mit der Kommunalpolitik im allgemeinen und speziell mit der Jugendbeteiligung an der Gemeindearbeit vertraut gemacht werden sollen.

Sie sollen etappenweise verschiedene Ziele (Kommunalwahl 2019, Europawahl 2019, usw.) ins Auge fassen und Beteiligungsmöglichkeiten, zum Beispiel Mitwirkung bei der Gestaltung des Riedparks, erkunden und wahrnehmen. Bürgermeister Thomas Schäuble betrachtet diese Verfahrensweise als wichtige Bereicherung der Ausbildung beim Thema Bürgerbeteiligung und hofft gleichzeitig, dass die jungen Bediensteten als Multiplikatoren weitere Jungendliche für die Kommunalpolitik inspirieren können.

In einem weiteren Schritt soll diese Kommunale Jugendgruppe dann künftig bei Entscheidungen des Gemeinderates zu relevanten Themen mit einbezogen werden.

Mitgliedschaft in einem Verein

Kreis Waldshut (boe) Eine weitere Form des Engagements junger Leute ist die Mitgliedschaft in einem Verein. Örtliche Vereine können dem Kreisjugendring Waldshut beitreten. Er fördert aus Geldern des Landkreises deren Jugendarbeit.

Der jetzige Vorstand wurde in der Delegiertenversammlung im März 2017 auf zwei Jahre gewählt. Vorsitzende ist Antje Baldischwieler von den Pfadfinderinnen aus Albbruck. Sie leitet den Verein momentan zusammen mit Pattric Grzybek aus Laufenburg/CH (Kreisjugendfeuerwehr), erster Stellvertreter, Kathrin Gerth aus St. Blasien-Immeneich (Katholische Jugend), zweite Stellvertreterin, Amelie Fischer aus Dogern (Katholische Jugend), Geschäftsführerin, und Patrick Dunne aus Tiengen (Kreisjugendfeuerwehr), Kassierer, und wird in den kommenden zwei Jahren den Verein weiter leiten.

Neu aufgenommen wurden in Versammlung zwei Vereine. Erstmals ist eine politische Jugendorganisation dabei, es ist der Waldshuter Kreisverband der Jusos (Jungsozialisten), Nachwuchsorganisation der SPD. Weiter trat die Ditib-Jugend Bad Säckingen (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) bei. Die Ditib-Bewegung ist Deutschlands größter Verband der Muslime. Der Jugendverband Bad Säckingen bezeichnete sich in seiner Vorstellung vor den Delegierten als unabhängig und demokratisch.