Es war ein Abend für die Zukunft: Mehr als 20 Jugendliche waren nicht zum Demonstrieren für den Klimaschutz in die Gemeinderatssitzung gekommen, vielmehr hörten sie geduldig den Ausführungen von Bürgermeister Thomas Schäuble und den Ratsmitgliedern zur „Wiederbelebung des Jugendtreffs„ zu. Es war das beherrschende Sitzungs-Thema.

Nach sieben Jahren, in denen sich Teenager im Untergeschoss des ehemaligen Kindererlebnispark „Berolino“ wie zu Hause gefühlt hatten, hatten diese Räumlichkeiten zum 30. April dieses Jahres geräumt werden müssen. Grund war der Verkauf des Tennis-Areals. Damit war der offene Jugend-Treff passé. Die Nachfrage seitens der Jugend nach einem solchen Angebot bestand aber nach wie vor.

Endlich eine Perspektive

Eine Lösung wurde jetzt gefunden. Die Betriebswohnung neben dem Eingangsbereich des Freibades soll das neue Domizil werden. Derzeit sind noch drei gambische Flüchtlinge dort untergebracht. Für sie sei bereits eine neue Wohnung gefunden worden, so Bürgermeister Schäuble in der Sitzung.

Stark involviert in die Suche, war der Jugendleiter Andreas Schumpp. Der Mitarbeiter des Familienzentrum Hochrhein, welches zusammen mit dem Diakonischen Werk als Betreiber fungiert, setzte sich wie gewohnt für seine Schützlinge ein. Andreas Schumpp richtete zu Beginn seiner Ausführungen seinen Dank an die zahlreich erschienen jungen Gäste: „Das zeigt mir, dass wir in den vergangenen Jahren einiges richtig gemacht haben. Es freut mich natürlich sehr, dass wir jetzt wieder eine Perspektive haben.“

Schumpp ein „Sechser im Lotto“

Für einen „Sechser im Lotto“ hält Bürgermeister Thomas Schäuble den Sozialarbeiter Andreas Schumpp. „Du bist der Schlüssel zum Erfolg. Man merkt, dass Du ein außergewöhnliches Vertrauensverhältnis zu den Mädchen und Jungs hast. Das macht es uns leicht, Dich und deine Arbeit weiter zu unterstützen“, betonte der Bürgermeister. Schäuble wies auch auf einen konkreten Fall in der jüngsten Vergangenheit hin, bei dem sich Andreas Schumpp für einen Jugendlichen einsetzte, und dessen Abrutschen in die Drogenszene verhindern konnte. Auch von den Gemeinderäten kamen einhellig lobende Worte, und es gab für den neuen Standort einhellige Zustimmung.

Jahresetat von 30.000 Euro

Bis zur Eröffnung des Jugend-Treffs wird es aber noch ein wenig dauern. Die Räume müssen umgebaut werden. Dies geschieht unter Eigenregie des Familienzentrums und mit Hilfe des Bauhofs. Bestandteil des Antrags ist auch die Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von jährlich 30.000 Euro für Personal, Miet- und Sachkosten.