Ein grandioses Musikerlebnis bekamen am Samstagabend die nahezu 500 Konzertbesucher in der Gemeindehalle Unterlauchringen geboten. Die Chorgemeinschaft Oberlauchringen und der Chor der reformierten Kirche Zurzach haben mit der Aufführung des "Gloria in D-Dur" von Anton Vivaldi und der "Karibischen Messe" von Glenn McClure zu ihrem fast gleichzeitigen 100-jährigen Jubiläum unter der Leitung ihres gemeinsamen Chorleiters Eckhard Kopetzki ein sehr außergewöhnliches und zugleich grenzüberschreitendes Konzertprojekt in Angriff genommen.

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Die beiden Chöre, insgesamt nahezu 70 Sänger, die Solisten Johanna Schutzbach (Sopran), Doris Schäuble (Alt), Martin Umrath (Tenor), ein ad hoc-Orchester, Claudia Stockmann-Süß am Flügel, sowie eine Percussionsgruppe mit Lee Ferguson am Steel Pan versetzten das Publikum mehrfach in helle Begeisterung. Humorvoll wurden die beiden Konzerthälften von den beiden Vorsitzenden der Chorgemeinschaft Oberlauchringen, Renate Bercher und Karin Gäng anmoderiert.

Auf dem Bild die Percussionsgruppe mit Lee Ferguson am Steel Pan (links). Ganz rechts Chorleiter Eckhard Kopetzki, dahinter Julian Scheibel am Marimba. Im Hintergrund die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Oberlauchringen und des reformierten Kirchenchores Zurzach.
Auf dem Bild die Percussionsgruppe mit Lee Ferguson am Steel Pan (links). Ganz rechts Chorleiter Eckhard Kopetzki, dahinter Julian Scheibel am Marimba. Im Hintergrund die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Oberlauchringen und des reformierten Kirchenchores Zurzach. | Bild: Herbert Schnäbele

Im ersten Teil beim "Gloria" von Vivaldi zeigten der Chor und das Streichorchester in den kantatenmäßig angelegten zwölf Sätzen mehrfach eine große Routine und eine perfekte Präzision, sowohl im sensiblen Zusammenwirken, bei der jeweiligen Intonierung und vor allem bei den vielfach wechselseitigen Einsätzen mit den oft nachfolgenden schnellen Fugen. Kraftvoll mit hellen und klaren Stimmen begeisterten die Vokalsolisten in verschiedenen Sätzen im Wechsel mit dem Streichorchester, das mit seinen 15 Akteuren oftmals eine eindrucksvolle Klangfülle auf die Bühne zauberte. Einzelne Instrumentalsoli brachten sehr tonrein und harmonisch deutliche Beruhigungen nach vielfach klangstarken gesanglichen Höchstleistungen des Chores. Frenetischer Beifall brandete nach der ersten Hälfte auf, nachdem die beiden Moderatorinnen charmant gebeten hatten, zwischen den einzelnen Konzertstücken nicht zu applaudieren, Die zweite Konzerthälfte mit der "Karibischen Messe" war dann geprägt von starken Rhythmen, außergewöhnlichen Klangbildern mit gewaltigen Chorpassagen und erneut stimmgewaltigen Auftritten der Vokalsolisten.

Eine große musikalische Bereicherung beim Jubiläumskonzert der Chorgemeinschaft Oberlauchringen unter der Leitung von Eckhard Kopetzki war der Auftritt der Vokalsolisten Johanna Schutzbach (Sopran), Doris Schäuble (Alt) und Martin Umrath (Tenor), sowie die Begleitung am Flügel durch Korrepetitorin Claudia Stockmann-Süß und die Dominanz in der Percussionsgruppe mit Lee Ferguson am Steel Pan. Auf dem Bild (von links) Lee Ferguson, Claudia Stockmann-Süß, Doris Schäuble, Johanna Schutzbach, Martin Umrath, Eckhard Kopetzki.
Eine große musikalische Bereicherung beim Jubiläumskonzert der Chorgemeinschaft Oberlauchringen unter der Leitung von Eckhard Kopetzki war der Auftritt der Vokalsolisten Johanna Schutzbach (Sopran), Doris Schäuble (Alt) und Martin Umrath (Tenor), sowie die Begleitung am Flügel durch Korrepetitorin Claudia Stockmann-Süß und die Dominanz in der Percussionsgruppe mit Lee Ferguson am Steel Pan. Auf dem Bild (von links) Lee Ferguson, Claudia Stockmann-Süß, Doris Schäuble, Johanna Schutzbach, Martin Umrath, Eckhard Kopetzki. | Bild: Herbert Schnäbele

Oft dominierten die karibischen Schlaginstrumente mit dem von Lee Ferguson bespielten Steel Pan, ein hell klingendes Schlaginstrument aus Trinidad, sowie dem erst elfjährigen Leander Dorow an den Congas, Beni Tredup am Schlagzeug und Julian Scheibel am Marimba. Auch nach dem zweiten Konzertteil brandete unter standing Ovations begeisterter Beifall auf, der nicht enden wollte.

Natürlich gab es auch hier mit dem "Santo" (Sanktus) aus der Messe eine Zugabe, bevor nach sehr herzlichen Dankesworten der beiden Vorsitzenden an alle Akteure, an Sponsoren und Gönner, sowie an die Hochrheinkommission für die Förderung des Projektes ein grandioser Konzertabend der besonderen Art endete.

Chorleiter Eckhard Kopetzki.
Chorleiter Eckhard Kopetzki. | Bild: Herbert Schnäbele

"Der Unterschied im Repertoire reizt mich"

Eckhard Kopetzki prägt die Musikszene der Region in verschiedenen Funktionen. Er verrät im Gespräch, was ihn daran reizt, zwei Chöre zu leiten.

Herr Kopetzki, die Chorgemeinschaft Oberlauchringen und der reformierte Kirchenchor Zurzach haben anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums heute ein sehr bemerkenswertes Konzert zum Besten gegeben. Seit wann besteht die Kooperation?

Die Chorgemeinschaft Oberlauchringen leite ich seit 1997, den Chor der reformierten Kirche Zurzach habe ich ein Jahr später übernommen. Bereits 1999 haben wir mit dem "Gloria" von Anton Vivaldi die inzwischen langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit begonnen.

Welche gemeinsamen Projekte haben Sie schon bewältigt?

Vor 20 Jahren gab es das erste gemeinsame Projekt, das eben erwähnte "Gloria" von Antonio Vivaldi. Danach folgten die "Kleine Orgelsolomesse" von Joseph Haydn, das "Requiem" von Wolfgang Amadeus Mozart im Mozartjahr 2006, die "Böhmische Hirtenmesse" von Jakub Jan Ryba und zuletzt im Jahr 2013 das "Magnificat" von Johann Sebastian Bach.

Worin sehen Sie den besonderen Reiz und die Herausforderung, zwei Chorleitungen auf sich zu nehmen?

Es ist der besondere Unterschied der beiden Chöre in der Besetzung und im Repertoire, der mich gereizt hat. Die Chorgemeinschaft als weltlicher Chor mit rund 50 Sängern und der Verankerung in der Vereinsgemeinschaft Oberlauchringens, der reformierte Kirchenchor mit etwas über 20 Mitgliedern und einem breiten Spektrum an kirchenmusikalischer Literatur, die mich schon immer fasziniert hat.

Worin sehen Sie die Vorteile der Kooperation dieser beiden Chöre?

Da es in Oberlauchringen schon eine gute Tradition und großes Interesse an der Kirchenmusik gab, bot es sich an, in diesem Rahmen größere kirchenmusikalische Werke anzugehen, die ein Chor alleine nicht hätte stemmen können. Die Zusammenführung beider Chöre zur Aufführung größerer Werke eröffnete auch ein großes Entwicklungspotenzial für beide Chöre, sowohl in musikalischer Hinsicht als auch im zwischenmenschlichen Bereich.

Fragen: Herbert Schnäbele