„Der Borkenkäfer hat vor Lauchringen keinen Halt gemacht“, erläuterte Förster Berthold Schmid bei der jüngsten Gemeinderatsitzung. „Die Situation ist aus dem Ruder gelaufen“, fuhr er fort, „nach dem Sturm anfangs 2018, haben die darauffolgenden heißen Sommermonate dem Wald stark zugesetzt.“

Der daraus resultierende Käferbefall führte laut Schmid zu hohen Einschlägen. Damit solle eine weitere Verbreitung der Schädlinge so gut wie möglich verhindert werden.

Der Landkreis Waldshut-Tiengen gehört zu den an den stärksten betroffenen Regionen in Deutschland. 250.000 Festmeter bedeutet eine Verdoppelung des sonst üblichen Einschlags. Die Preise für den Festmeter sind ins Bodenlose gefallen.

Wegen der Schäden durch den Borkenkäfer und den damit verbundenen hohen Einschlagmengen rechnet die Gemeinde Lauchringen mit Einbußen in Höhe von rund 30.000 Euro.
Wegen der Schäden durch den Borkenkäfer und den damit verbundenen hohen Einschlagmengen rechnet die Gemeinde Lauchringen mit Einbußen in Höhe von rund 30.000 Euro. | Bild: dpa

Daraus folgt, dass der Bewirtschaftungsplan des Gemeindewaldes für das Jahr 2020 mit einem Verlust von 30.000 Euro rechnet. Der Plan sieht einen Einschlag von 1773 Festmeter mit Erträgen von 68.900 Euro vor. Davon entfallen 1000 auf Käferholz.

Aufwendungen für die Holzernte werden mit 45.000 Euro kalkuliert. Für Kulturen und Bestandspflege werden 17.000 Euro veranschlagt. Weitere Kosten entstehen durch den Wegebau, Verwaltung und Holzverkaufsgebühren.

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„Das erwartete Ergebnis ist aber sehr optimistisch berechnet“, warnte Berthold Schmid „noch ein heißer Sommer, und weiter fallende Preise können einen Strich durch die Rechnung machen.“ Bürgermeister Thomas Schäuble wies darauf hin, dass sich die Situation im Wald wirklich dramatisch darstelle, die Gemeinde Lauchringen aber aufgrund des geringen Waldanteils von 257 Hektar mit einem blauen Auge davongekommen sei.

Gemeinderat Felix Schreiner fragte nach, ob es der Gemeinde nicht möglich sei, sich aus dem Holzverkauf zugunsten der betroffenen privaten Waldbesitzer weitmöglichst zurückzuziehen. Berthold Schmid entgegnete, dass die Menge des Gemeindewaldes nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Die aktuellen Preise würden sich für den privaten Besitzer so oder so nicht rechnen: „Da lässt er den Baum halt stehen“, meinte der Forstwirt.