Ursula Freudig

Gurtweil/Lauchringen – Die Caritswerkstätten Hochrhein investieren in Lauchringen in ein neues Wohnheim: Schräg gegenüber der Lauffenmühle in der Kadelburger Straße auf einem rund 2300 Quadratmeter großen Gelände entsteht ein zweigeschossiges Gebäude, das 24 Menschen mit Behinderung Platz bieten wird. Sie werden jeweils zu sechst in vier Wohngemeinschaften leben und dabei permanent von Mitarbeitern der Caritas betreut werden.

Die Caritas wird bei den Kosten von insgesamt 2,4 Millionen Euro mit 900 000 Euro Fördergeldern vom Land unterstützt. Baubeginn ist voraussichtlich im Herbst dieses Jahr, rund 18 Monate Bauzeit sind vorgesehen.

"Wir sind in Abstimmung mit dem Landkreis Waldshut zu dem Ergebnis gekommen, dass zusätzliche Plätze für Menschen mit Behinderung nötig sind", nennt Manfred Schrenk, Geschäftsführer der Caritaswerkstätten Hochrhein, den Grund für den Neubau. Dies gemäß dem übergeordneten Ziel, möglichst optimale Voraussetzungen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft (Inklusion) zu schaffen.

Dazu gehören kleine dezentrale Wohneinheiten mitten in den einzelnen Gemeinden. "Gurtweil noch größer zu machen, kam deshalb für uns nicht in Frage", so Manfred Schrenk. Vielmehr sei vorgesehen, dass nach Fertigstellung des Neubaus sogar einige Bewohner vom Gurtweiler Wohnheim nach Lauchringen ziehen. Der Standort Lauchringen wurde aufgrund seiner guten Anbindungen von der Caritas einvernehmlich mit dem Landkreis als am besten geeignet bewertet.

Im Lauchringer Gemeinderat ist das Vorhaben mit den Worten von Manfred Schrenk, auf die größtmögliche Unterstützung gestoßen. Auch die Anwohner wissen Bescheid. Im Dezember wurden ihnen das Vorhaben in einer Versammlung vorgestellt.

"Lauchringen ist eine Gemeinde, die offen für viele neue Projekte ist, es hat eine gute Infrastruktur beispielsweise was Einkaufen und Ärzte betrifft und vieles ist zu Fuß erreichbar", fasst Felicitas Greiner, Caritas- Geschäftsbereichsleiterin Wohnen zusammen. Bewohner der Caritaswerkstätten Gurtweil – Erika Früchtl ist eine von ihnen – waren von Anfang an in die Pläne für den Neubau involviert und werden auch in der kommenden Bauphase ihre Ideen und Anregungen einbringen können.

Für die Caritas ist der Wohnheimbau in Lauchringen ein weiterer Schritt, um Menschen mit Behinderung dezentral möglichst verschiedene Wohn- und Unterstützungsformen anzubieten. "Jeder soll die Unterstützung bekommen, die er braucht", so Geschäftsbereichsleiterin Felicitas Greiner.

Mit dem Neubau entsteht die zweite Caritas-Einrichtung in Lauchringen. In der Waldstraße gibt es bereits Werkstätten, in denen rund 80 Menschen mit Behinderung arbeiten.

 

Die Caritaswerkstätten

Die Caritaswerkstätten Hochrhein gemeinnützige GmbH betreuen mit rund 300 Mitarbeitern (darunter auch Teilzeitkräfte) rund 650 Menschen mit Behinderung. Sie kommen größtenteils aus dem Landkreis Waldshut und leben und arbeiten in Einrichtungen in Gurtweil, Tiengen, Waldshut, Wallbach, Bad Säckingen und Lauch-ringen. Relativ jung ist das gemein-deintegrierte Wohnen in Bonndorf und Laufenburg für sehr selbständige Menschen mit Behinderung, ambulant von der Caritas betreut werden auch Menschen mit Behinderung, die im Landkreis Waldshut in eigenen Wohnungen leben.