Herr Boll, was hat Sie damals dazu bewegt, den Bürgerbus zu fahren?

Ich war damals in Altersteilzeit und hatte bereits ein halbes Jahr abgeschaltet, da war dann eine Anzeige zum Bürgerbus im Gemeindeblatt. Daraufhin habe ich mich dort gemeldet, damit mir daheim die Decke nicht auf den Kopf fällt. Außerdem bietet die Gemeinde Lauchringen ihren Bürgern so viel, dass ich dachte, da muss man etwas zurückgeben, wenn man die Möglichkeit hat.

Sie waren der Erste, der den Bus gefahren hat. Wie wurde das Angebot anfänglich angenommen?

Es wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Ich hatte die erste Fahrt gemacht und bin im November und Dezember 2013 komplett durchgefahren, da meine drei Kollegen den für den Bürgerbus notwendigen Personenbeförderungsschein nicht hatten. Da ich ihn schon hatte, weil ich ursprünglich im Ruhestand für einen Freund den Personentransport machen wollte, konnte ich gleich loslegen.

Und wie gut verstanden Sie sich mit den Fahrgästen?

Es war eine Herzlichkeit da, aber ich war nicht mit den Gästen per du. Die Stimmung ist es aber, die dazu beiträgt, dass es uns Fahrern wirklich Spaß macht. Gerade bei der ersten Tour am Tag, wenn der Bus voll ist, hat man von den Fahrgästen in zehn Minuten mehr erfahren, als man in der Zeitung hätte lesen können. Da weiß man sofort, was im Dorf los ist.

Was war ihr schönster Moment mit dem Bürgerbus?

Den allerschönsten Augenblick hatte ich vor rund vier Wochen. Bei meiner letzten Tour an dem Tag sah ich Kinder mit Schürzen an einer Haltestelle stehen und bin rechts herangefahren. Ich dachte mir, die wollen bestimmt nicht mitfahren, habe aber mal angehalten. Die haben bei der Aktion "Gesund ernähren mit Kindern" mitgemacht und kamen gerade vom Backen. Die Erzieherin hat dann gefragt, ob ich sie zum Kindergarten nach Unterlauchringen fahren könnte. Ich musste gleich zwei Touren fahren, weil es zu viele Kinder für eine Fahrt waren. Es war dann zwar schwierig, den Fahrplan noch genau einzuhalten, aber das war es mir wert. Es war herrlich, die Kinder im Bus sitzen zu haben. Da war richtig Leben in der Bude.

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Sind solche Extrafahrten auch erlaubt?

Ich hatte aufgrund solcher Fälle früher mal bei der Gemeinde nachgefragt, ob man bei Sonderfällen auch Ausnahmen machen darf. Die Gemeinde antwortete mir darauf, dass es sogar erwünscht ist, dass man auf die einzelnen Fahrgäste eingeht. An sich ist das auch selbstverständlich, da man mit solchen Aktion den Leuten wirklich hilft.