In den Städten am Hochrhein wurden vom schmutzigen Donnerstag bis Fasnachtsdienstag vielerorts Fasnachtsumzüge veranstaltet. Auch in Lauchringen organisierten die Narrenvereine Räbenheim in Oberlauchringen und Schwanenmühle in Unterlauchringen Fasnachtsumzüge. Allerdings kann man sich als Besucher die Frage stellen, warum in Lauchringen nicht ein gemeinsamer Fasnachtsumzug stattfindet?

Beide Ortsteile haben ihren eigenen Narrenverein. Aus historischer Sicht haben beide Vereine den Anspruch, mit einem Fasnachtsumzug durch ihren Ortsteil zu laufen. Bis vor ungefähr zehn Jahren wurde noch ein gemeinsamer Umzug durch Ober- und Unterlauchringen veranstaltet. Doch die Strecke bereitete gewisse Schwierigkeiten. Tobias Weissenrieder, Narrenpräsident der Räbenheimer, erklärt: "Die Strecke für einen gemeinsamen Umzug wurde zu weit. Auf gut 90 Prozent der Strecke standen keine Zuschauer, nur am Ende des Zuges." Auch Uwe Isele, Narrenpräsident der Schwanenmühle, begründet die zwei Umzüge mit fehlendem Interesse der Zuschauer: "Die Resonanz der Zuschauer war bescheiden." Deswegen habe man gemeinsam beschlossen, vorerst keinen gemeinsamen Fasnachtsumzug mehr durch Lauchringen zu veranstalten.

Sorge, sich gegenseitig Zuschauer wegzunehmen, hegen die beiden Präsidenten nicht: "Lauchringen hat genügend Einwohner, die sich auf beide Umzüge gut verteilen", erklärt Weissenrieder. Isele ergänzt: "Wir sind keine Konkurrenten." Beide Narrenpräsidenten schließen jedoch nicht aus, zukünftig wieder einen gemeinsamen Umzug zu veranstalten: "Zwei Umzüge bedeutet nicht, dass es nie wieder einen gemeinsamen Fasnachtsumzug geben wird". Allerdings seien laut Isele Gruppen, die nicht aus Lauchringen stammen, aus dem Umzug ausgestiegen. Auch große Vererine wie der SC Lauchringen würden sich nicht an dem Umzug in Unterlauchringen beteiligen. "Ohne großen Aufwand könnten unsere Vereine im Umzug mitlaufen", betont Isele. Einen gewissen Zuschauerabgang lasse sich auch durch die Veranstaltung "Wätten dass" nicht verhindern. Um den Umzug aufzupeppen, habe man in Unterlauchringen Vereine außerhalb Lauchringens eingeladen. Diese seien Montags aber oft auch gebunden.

Die Suche nach Budenbetreibern werde in Oberlauchringen immer mehr zum Problem. Laut Tobias Weissenrieder fehle es am ehrenamtlichen Engagement der Standbetreiber. In Unterlauchringen werden diese verpflichtet, am Umzug teilzunehmen. Laut Uwe Isele beteiligen sich seit Jahren die gleichen Vereine mit einem Stand: "Eine bessere Möglichkeit um Geld zu verdienen gibt es nicht".

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