Anfang Mai wurde die Eröffnung des „Integrativen Abenteuerlandes“ gefeiert. Seitdem sind die neuen Anlagen in der Nähe des Lauchringer Schwimmbades täglich geöffnet, von montags bis freitags, 15 bis 18 Uhr, im Winter bis 17 Uhr, kostenfrei für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahre.

Es ist nicht notwendig, sich anzumelden, das Mitmachen ist ohne Vorbedingungen möglich, es gibt keine ausdrücklichen Anmeldefristen, Pünktlichkeits- oder Regelmäßigkeitserwartungen. Für Familien und Gruppen können an den Wochenenden und an Vormittagen spezielle Angebote vereinbart werden. „Wir verstehen uns als ‚offenes Tor’ für alle Kinder und Jugendliche“, so Ulla Hahn, Leiterin des Faz, des Familienzentrums Hochrhein, Lauchringen.

Schon früher gab es ein Abenteuerland im westlichen Ortsrand von Oberlauchringen, das aber nur in den Ferienzeiten genutzt wurde. Zentrum der neuen Anlage ist die „Scheune“, mit Küche, Sanitäranlagen und dem zentralen Aufenthaltsraum.

Ein beliebter Treffpunkt für Kinder: die Scheune des Abenteuerlandes.
Ein beliebter Treffpunkt für Kinder: die Scheune des Abenteuerlandes. | Bild: Manfred Dinort

Geplant ist auch die Anlage eines Gartens mit einem Bereich für Kinder. Betriebsgrundlage ist ein integratives Konzept: Der Zugang ist offen für alle Kinder, unabhängig von ihren finanziellen oder sozialen Voraussetzungen. Die andere Seite: Neben den Hilfskräften wird auch qualifiziertes Personal benötigt.

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„Und da wir nur über geringe Einnahmen verfügen, haben wir uns an die Stoll-Vita-Stiftung Waldshut gewandt und sind dort auf offene Ohren gestoßen“, sagte Ulla Hahn bei einem Treffen mit Vertretern der Stoll-Vita-Stifung, des Diakonischen Werkes und der Gemeinde. Die Stiftung habe sich bereit erklärt, das Projekt finanziell zu unterstützen und 48 000 Euro für eine halbe Stelle als Naturpädagogin, zunächst befristet auf zwei Jahre, bereit zu stellen, 9000 Euro für einen Behinderten-Arbeitsplatz im Bereich Hauswirtschaft und 6000 Euro für die Anschaffung eines Heißluftdampfgarers.

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Adelheid Kummle, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, erklärte dazu, dass das Projekt gut in das Konzept der Stiftung passe. „Uns geht es auch um die Förderung der Volksgesundheit, des Natur- und Umweltschutzes und um gesunde Ernährung, Grundsätze, die hier im Abenteuerland umgesetzt werden“, erklärte sie. Dazu nannte sie eine einfaches Beispiel: Im Abenteuerland wird auch Brot gebacken, gesundes Brot nach einer Rezeptur von Emma Stoll, die 1985, zusammen mit ihrem Ehemann Christof, die Stiftung ins Leben rief. Ein Kostprobe stand für alle bereit: ein schmackhaftes Vollkornbrot mit Butteraufstrich.

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Voll des Lobes war auch Bürgermeister Thomas Schäuble: „Was die Stoll-Vita-Stiftung zu dem Projekt beiträgt, übersteigt bei weitem die Leistungen der Gemeinde“, sagte er. Für ihn stünde aber nicht der monitäre Aspekt im Vordergrund, sondern die soziale Rendite. „Wer es gelernt hat, sich hier einzuordnen, der wird später auch keine Probleme haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren.“

Faz-Mitarbeiter Andreas Schumpp, der selbst viel Eigenleistung in die neuen Anlagen einbrachte, erklärte: „Das Projekt hat sich sehr positiv entwickelt, aber wir brauchen jetzt auch qualifizierte Mitarbeiter, die auch praktische Erfahrungen mit einbringen.“ Er sei daher froh, dass mit Hilfe der Gelder eine weiter Stelle geschaffen werden konnte. Andreas Harder vom Diakonischen Werk, der Trägerin des Familienzentrums, erklärte: „Ich bin überwältigt, dass uns die Stiftung in der schwierigen Anfangsphase so kräftig unter die Arme gegriffen hat.“

Stoll-Vita-Stiftung und Familienzentrum

  • Die Stoll-Vita-Stiftung Waldshut-Tiengen wurde 1985 durch Emma und Christof Stoll als gemeinnützige Stiftung gegründet. Ziele der Stoll-Vita-Stiftung sind die Förderung der wissenschaftlichen Forschung, die Bildung, die öffentliche Gesundheitspflege, ferner die Förderung der Tier- und Pflanzenzucht, des Natur- und Umweltschutzes und der Landschaftspflege. Auch kulturelle Veranstaltungen werden im Gebäude und auf dem Gelände der Stoll-Vita-Stiftung, in der Waldshuter Gartenstraße, ausgerichtet. Vorstandsvorsitzende ist Adelheid Kummle, Stellvertreter ist Heinrich Lachenmaier, Geschäftsführer sind Klaus Eisele und Matthias Maier.
  • Das Familienzentrum Hochrhein hat zahlreiche soziale Projekte und Aktivitäten ins Leben gerufen, die zu einem großen Teil von den rund hundert ehrenamtlichen Helfern mitgetragen werden. Erst vor wenigen Wochen hat eine neue Selbsthilfegruppe FASD (Fetales Alkohol Syndrom) ihre Arbeit aufgenommen. Ständige Einrichtungen sind das Frauenfrühstück im Faz-Café, der Seniorenplausch, verschiedene Kurse, die Treffen der Selbsthilfegruppen und die Gesprächskreise. Zu einem Großprojekt ist das „Abenteuerland“ geworden, das Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich frei und ungezwungen in naturnaher Umgebung zu entfalten.