Der Sommer 2018 wird vielen Menschen in Erinnerung bleiben. Zwar hat es in diesem Jahr keine neuen Hitzerekorde gegeben – diese hatte der „Super-Sommer“ 2003 aufgestellt – dennoch war der diesjährige Sommer einzigartig: „Es hat noch nie eine solch ausgeprägte trockene Hitzeperiode gegeben“, berichtet Alois Kohler vom Klimabeirat Lauchringen.

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Die Temperaturen waren im Verlauf dieses Jahres ebenso überdurchschnittlich, wie die Trockenheit, die bereits im April eingesetzt hatte und bis in den September hinein andauerte. In den drei Sommermonaten Juni, Juli und August 2018 war es im Durchschnitt um 2,2 Grad Celsius zu warm und um 176,2 Liter pro Quadratmeter zu trocken, verglichen mit der Vergleichsperiode 1981 bis 2010.

Die Wetterstation des Klimabeirats Lauchringen. Dieser will mithilfe der Anlage das Wetter lokal dokumentieren und auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen.
Die Wetterstation des Klimabeirats Lauchringen. Dieser will mithilfe der Anlage das Wetter lokal dokumentieren und auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen. | Bild: Peter Rosa

In den Sommermonaten Juni, Juli und August 2018 hat es in Lauchringen an 32 Tagen lediglich 140,8 Liter geregnet. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (317 Liter) sind das 176,2 Liter zu wenig, also nicht mal die Hälfte des Niederschlags in einem durchschnittlichen Jahr. Die längste Trockenperiode gab es mit 20 niederschlagsfreien Tagen zwischen dem 13. Juni und dem 3. Juli. Aber auch wenn es mal regnete, war dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Regen, der die Trockenperioden unterbrach, bestand oft nur aus kurzen, gewitterähnlichen Starkregenereignissen. Örtlich begrenzt verpuffte ihre Wirkung schnell, oder das Wasser lief einfach in die Kanalisation hinab, da die extrem trockenen und verhärteten Böden es nicht aufnehmen konnten.

Extremwetterlage für die Landwirtschaft

Auch deshalb fühlte sich der „verlängerte Sommer“ an vielen Orten wie eine lange, nie dagewesene und zu warme Dürreperiode an. Besonders zu spüren bekam das die Landwirtschaft. Viele Felder waren bereits vertrocknet, bevor die Pflanzen Samen ausbilden konnten und auch das Grünland hatte, besonders in den tieferen Lagen, stark gelitten. Eine Konsequenz war das ab August geltende Verbot der Wasserentnahme aus Oberflächengewässern. Lediglich Obstbauern waren größtenteils zufrieden und im Weinbau spricht man gar bereits von einem Jahrhundertjahrgang. Bei knapp 825 Sonnenstunden während der drei Sommermonate – um 99 Stunden höher als der Langzeitwert – konnten sich auch die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen über gute Erträge freuen.

Auch in Lauchringen sind ganze Maisfelder der Dürre zum Opfer gefallen.
Auch in Lauchringen sind ganze Maisfelder der Dürre zum Opfer gefallen. | Bild: Peter Rosa

Das Jahr 2018 hatte aber bereits zu warm begonnen. Im Vergleich zum Langzeitrückblick (1980 bis 2010, Wetterstation Bad Säckingen) waren bereits der April mit 12,8 Grad monatlicher Durchschnittstemperatur um ganze 3,4 Grad zu warm. Der Trend setzte sich fort: Der Mai war mit 15,8 Grad um zwei Grad, der Juni mit 19,1 Grad um zwei Grad, der Juli mit 21,3 Grad um zwei Grad und der August mit 20,8 Grad um 2,4 Grad zu warm. Prominent in die Wettergeschichte wird das Jahr 2018 bereits jetzt sicher eingehen. Der zu sonnige und zu trockene Sommer 2018 war nach dem Rekord-Hitzesommer 2003 der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 150 Jahren.