Lauchringen Die SPD soll nach dem Wunsch von Rita Schwarzelühr-Sutter ihre eigenen Erfolge mehr betonen

Der SPD-Ortsverein Lauchringen schließt eine Große Koalition nicht aus. Allerdings sieht die Partei auch Herausforderungen. Maximilian Mager leitet ab sofort den Ortsverein.

Mit Spannung wurde in der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins der Bericht aus Berlin von Rita Schwarzelühr-Sutter erwartet. Die Lauchringer Bundestagsabgeordnete bezeichnet das Scheitern der Jamaika-Sondierungen als Armutszeugnis. Bezüglich einer möglichen Großen Koalition liest sie aus einem Stapel E-Mails von Mitgliedern vor. Darin wird auf einen Vertrauensverlust hingewiesen, wegen des Votums von CSU-Mann Christian Schmidt für eine Zulassungsverlängerung des Insektenvernichters Glyphosat. „Glyphosat zerstört eindeutig die biologische Vielfalt, sorgt für Insektensterben und einen dramatischen Verlust an Bestäubern, wodurch das Ökosystem geschädigt wird.“ Geschädigt sei durch diesen Vorgang in Brüssel, aus Sicht der SPD, auch das Vertrauen zur Union.

Eine Große Koalition im Bund wird von den Lauchringer SPD-Mitgliedern dennoch nicht ausgeschlossen. Man habe nun eine starke Verhandlungsposition, so der neu gewählte Kassierer Philipp Schmidt-Wellenburg. Allerdings äußerten einige auch Bedenken, ob die SPD in einer neuerlichen großen Koalition in vier Jahren nicht noch kleiner werden könnte. Schwarzelühr-Sutter sieht das schwache Ergebnis der Wahl auch im Zuge eines europäischen Trends. „Die Nationalismen breiten sich in Europa immer mehr aus. Es gibt kaum noch Regierungen mit sozialdemokratischer Beteiligung. Wir müssen Antworten auf die Ängste der Menschen finden, was wir in der Vergangenheit auch zum Teil versäumt haben.“ Gerade das Thema Migration und Verlust von Identität sei im Wahlkampf an vielen Haustüren wichtig gewesen und treibe die Menschen um. Die Bundestagabgeordnete sieht zudem die drängende Herausforderung, ein gesellschaftliches Auseinanderdriften zu verhindern und die klaffende Schere zwischen arm und reich anzugehen.

Auch müsse man die eigenen Erfolge mehr betonen. So habe man in der Großen Koalition viel vom Programm umsetzten können, zum Beispiel den Mindestlohn. Auch im Ort sei die Bilanz positiv. Zoller-Wunderlich verweist auf die Sanierung der Spielplätze, die zusätzlichen Fußballfelder und den Bürgerbus. Am Ende von Diskussionen über die künftige Positionierung der SPD betonte Schwarzelühr-Sutter: „Am Ende sollen die Mitglieder entscheiden.“

Der SPD-Ortsverein wählte einen neuen Vorstand. Maximilian Mager wurde einstimmig gewählt und löst den bisherigen Vorsitzenden Fabian Zoller-Wunderlich ab. Dieser ist umgezogen und befand, dass es nach mehr als zehn Jahren im Amt Zeit sei, für ein neues, junges Gesicht. Maximilian Mager bedankte sich bei den Mitgliedern und bei Zoller-Wunderlich für dessen langjährige Vorstandsarbeit und richtete den Blick nach vorn. „Unser Fokus fürs nächste Jahr liegt auf den Vorbereitungen für die Kommunalwahlen 2019. Wir wollen auch in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden und müssen präsenter werden“, sagte der 21-jährige Lauchringer, der zurzeit als Bundesfreiwilligendienstleistender bei der Gemeinde arbeitet.

Fabian Zoller-Wunderlich blickte auf ein bewegtes Jahr für die Sozialdemokraten zurück. Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl könne man nicht zufrieden sein. Bei eventuellen Sondierungen zu einer Großen Koalition müsse man „mit ganz klaren Forderungen reingehen und unser Programm umsetzten“, so Zoller-Wunderlich. Der Vorstand hob hervor, was man in der Vergangenheit im Ort geleistet hat. „Die Ortsumfahrung Oberlauchringen und der Arbeitskreis Energieautarke Gemeinde sind Dinge, auf die wir stolz sein können.“ Außerdem hat man einen regelmäßigen politischen Stammtisch ins Leben gerufen, der auch Nicht-Mitgliedern offensteht.

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