Die Optimierung der Wasserversorgung in der Gemeinde Lauchringen war Grund für kontroverse Diskussionen in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Diplom-Ingenieur Ralf Mülhaupt stellte der Versammlung das beauftragte Strukturgutachten vor. Die anstehende Sanierung des Hochbehälter Hasenhölzle sowie Wassermenge und Wasserqualität der speisenden Finsterlochquelle machte dies notwendig. „Die Quelle speist das Industriegebiet sowie Teile von Oberlauchringen, dafür führt sie zu wenig Wasser, um dieses große Gebiet zu versorgen“, eröffnete Bürgermeister Thomas Schäuble die Diskussion.

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„Grundsätzlich liegt das Hauptproblem in den unterschiedlichen Höhenlagen der Hochbehälter Hasenhölzle und Hans-Bungert“, erklärt Ralf Mülhaupt, „das führt dazu, dass mit technischem Hilfsmittel dies ausgeglichen werden muss. Zudem vermindert dies die mögliche Wassermenge, die die Finsterlochquelle liefern könnte“, führte er weiter aus. Ein weiteres Problem ist die Wasserqualität der Finsterlochquelle.

2,5 Millionen Euro Kosten

Zwar liegt diese mit 44 mg/l (Milligramm pro Liter) Nitrat unter dem zulässigen Höchstwert von 50 mg/l, dies könne aber in der Zukunft, beispielsweise durch eine Herabsetzung der Höchstwerte, zu zusätzlichen Maßnahmen führen. Die Kosten für eine optimale Lösung würden sich auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen. Dies veranlasste Gemeinderat Hermann Pfau zum Einwand „warum sollen wir soviel Geld investieren, um schlechtes Wasser in das ansonsten gute Wassernetz zu investieren?“ Er hält die bestehende Wasserqualität und die Menge für ausreichend.

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Bürgermeister Thomas Schäuble hielt dagegen und verwies darauf, dass ein weiteres Ziel, die Aufgabe der Trennung in vier Zonen, angestrebt wird. Ein Ausfall eines Hochbehälters oder eines Tiefbrunnen könne Teile der Gemeinde trockenlegen. Unterstützung fand er dabei von Wassermeister Mike König: „Wir hatten bereits Ausfälle in Teilen der Gemeinde zu beklagen, da das Netz nicht optimal ist“, sagte er, „zudem ist die Versorgung beim Löschwasserbedarf grenzwertig, da die Gemeinde immer mehr wachse“, fügte er hinzu. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Es sollen verschiedene Varianten geprüft werden.

Antragstellung für Sanierungsgebiet

Beschlossen wurde die Antragsstellung für das Sanierungsgebiet Altdorf in Oberlauchringen. Das beauftragte Gesamtentwicklungskonzept beläuft sich auf 9,9 Millionen Euro. Davon werden Bund und Land 60 Prozent bezuschussen. Die ersten Projekte sollen bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Einhellige Zustimmung fand auch die Aufnahme in das Förderprogramm „Quartierimpulse“. Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Hochrhein einen entsprechenden Förderantrag für das neue Quartier „Riedpark“ erarbeitet. Ziel des Projekts ist es, dass der Zusammenhalt und die Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnort gestärkt werden soll. Die Förderung durch das Land beläuft sich auf 70 000 Euro.

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Auch das Freibad war Thema bei der Sitzung. Die 1984 gebaute Rutsche, die erheblich zur Attraktivität der Anlage beigetragen hat, ist aber in die Jahre gekommen. Abplatzungen und Risse führten bereits dazu, dass die Rutsche in der aktuellen Badesaison komplett außer Betrieb genommen werden musste. Hinzu kommt, dass die Vorschriften zum Bau und Betrieb verändert wurden. Dies führe dazu, dass die Rutsche in der aktuellen Form nicht mehr gebaut werden dürfte. Die Gemeinderäte sprachen sich einstimmig für den Erhalt beziehungsweise Neugestaltung der Anlage aus.