Diese Nachricht dürfte Pendler freuen: Der Bau der Ortsumfahrung Oberlauchringen geht schon bald in die nächste Runde. Auch die Abfahrt von der A 98 auf die B 314 Richtung Lauchringen und Wutöschingen wird wahrscheinlich durch einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage entschärft, bis der Verkehr schließlich an Oberlauchringen vorbeirollen kann. Dies bestätigte auf Anfrage Dieter Bollinger, leitender Baudirektor für den Straßenbau Süd beim Regierungspräsidium Freiburg.

Die T-Einmündung von der A 98 auf die B 314 ist tückisch. Nicht selten müssen Autofahrer wegen langsamer LKW abbremsen. Nicht immer gelingt das rechtzeitig.
Die T-Einmündung von der A 98 auf die B 314 ist tückisch. Nicht selten müssen Autofahrer wegen langsamer LKW abbremsen. Nicht immer gelingt das rechtzeitig. | Bild: Peter Rosa

Welche von derzeit noch drei möglichen Varianten schlussendlich zum Einsatz kommen wird, soll laut Bollinger bis Ende November feststehen. Dann nämlich werden die Ergebnisse des beauftragten Gutachtens vorliegen. Die leistungsfähigste Variante wird anschließend mit den Trägern öffentlicher Belange, also der Gemeinde, der Verkehrsbehörde, der Polizei und dem Naturschutz, falls zusätzliche Flächen für ihren Bau erschlossen werden müssen, abgestimmt. Denn eines ist laut Dieter Bollinger klar – und das werden auch betroffene Pendler bestätigen: „Zum Zeitpunkt der Freigabe der Umfahrung benötigen wir ein funktionierendes System.“ Diese ist für 2021 vorgesehen.

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In den vergangenen Monaten prüfte ein Karlsruher Ingenieurbüro drei von ursprünglich vier Varianten, durch die die Stelle entschärft werden könnte. Gleichzeitig soll der Verkehrsknoten leistungsfähiger werden. Zur Prüfung stehen laut Bollinger eine abknickende Vorfahrt von der A 98 in Richtung Wutöschingen, ein Kreisverkehr und eine Ampelanlage.

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Nach Informationen, die Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU) erhalten habe, werden aber lediglich die beiden letzteren in Erwägung gezogen – Variante 4, eine Linkseinfädelspur, ist bereits vom Tisch. Basis der Auswertung ist eine von Verkehrszählung mit Prognose der Verkehrsentwicklung bis 2030.

Lastwagen sorgen für Stau

Die Abfahrt auf die B 314 stellt mit zunehmendem Individual- und Güterverkehr bereits seit geraumer Zeit eine wachsende Herausforderung für die den Verkehrsknoten und die zukünftige Umfahrung von Oberlauchringen dar. An der unübersichtlichen Stelle staut es sich während der Stoßzeiten teilweise über die gesamte Abfahrt bis auf die A 98 hinauf. Ursache sind insbesondere Lastwagen, die nach links Richtung Wutöschingen abbiegen wollen. Sie müssen auf eine ausreichend große Lücke im ohnehin zunehmenden Verkehr zwischen Lauchringen und Wutöschingen warten. Erst dann können sie die leichte Steigung über insgesamt drei Spuren hinweg überwinden.

Die T-Einmündung von der A 98 auf die B 314 ist tückisch. Nicht selten müssen Autofahrer wegen langsamer LKW abbremsen. Nicht immer gelingt das rechtzeitig.
Die T-Einmündung von der A 98 auf die B 314 ist tückisch. Nicht selten müssen Autofahrer wegen langsamer LKW abbremsen. Nicht immer gelingt das rechtzeitig. | Bild: Peter Rosa

Bisher ist der Rückstau – abgesehen von der strapazierten Geduld aller restlichen anwesenden Verkehrsteilnehmer – verkehrstechnisch allerdings noch unproblematisch. Dies würde sich unbehandelt aber spätestens mit der Eröffnung der Umfahrung Oberlauchringen zu einem großen Problem entwickeln. Die dann deutlich höhere Verkehrsdichte könnte dazu führen, dass der Stau auch den nicht abfahrenden Verkehr Richtung Klettgau beeinträchtigt. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir den Rückstau bis dahin loswerden“, bestätigt Dieter Bollinger das drohende Szenario. „Ziel muss sein, dass die leistungsstarke Anschlussstelle mit Inbetriebnahme der Ortsumfahrung Oberlauchringen fertiggestellt ist“, fordert auch Bundestagsabgeordneter Schreiner.

Schwere Unfälle in der Vergangenheit

Im Fokus steht auch die Entschärfung der Stelle im Hinblick auf die Verkehrssicherheit. Zwar sei die Stelle laut Fahrlehrer Heinz Knobloch nicht überaus unübersichtlich, und auch die Polizei spricht nicht von einem Unfallschwerpunkt. Dennoch kam es hier in den vergangenen Jahren zu mehreren teils schweren Unfällen. Anfang September war es erst zu einem Zwischenfall gekommen. Diesmal lediglich ein Streifvorgang mit leichtem Sachschaden.

So geht es weiter

Derweil läuft die Planung für die Fortsetzung der Umfahrung auf Hochtouren. Momentan werde am Abschluss der Ausführungsplanung für den Wilddurchlass zwischen der Wutach und der Hangkante zum Galgenbuck gearbeitet, berichtet Dieter Bollinger. Voraussichtlich sollen auch an dieser Baustelle bereits im November die Bagger anrollen.

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Anfang des kommenden Jahres soll die Ausschreibung für den restlichen Abbau erfolgen. Dieser umfasst das Ausheben der Erdmassen für den Streckeneinschnitt in den Lauchringer Erdboden sowie seine Erhöhung durch das Aufschütten derselben zu Dämmen. Hierzu gehört auch die zukünftige Entwässerung und der Fahrbahnaufbau inklusive Frostschutz. Da die Kosten für die Maßnahme eine Million Euro übersteigen, wird diese EU-weit ausgeschrieben.

Ebenfalls noch im kommenden Jahr soll mit dem Bau der Unterführung der Bahnlinie Richtung Singen begonnen werden. „Wir sind voll im gesetzten Zeitrahmen“, versichert Dieter Bollinger. Die Fertigstellung der Ortsumfahrung Oberlauchringen mitsamt der Umgestaltung des dortigen Knotens ist für 2021 vorgesehen.

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