Gut besucht war der Neujahrsempfang der Kreisstelle Waldshut des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Gartenhotel Feldeck in Lauchringen. Neben zahlreichen Mitgliedern aus dem Kreis konnte Hermann Pfau, Lauchringer Hotelier und Kreisvorsitzender des Dehoga, unter anderem auch die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Werner und Thomas Dörflinger, den Lauchringer Bürgermeister Thomas Schäuble und, in Vertretung des Landrates, Regierungsdirektor Walter Scheifele begrüßen. Aus Freiburg waren der Geschäftsführer Alexander Hangleiter und Jutta Hurter von der Geschäftsstelle der Dehoga Freiburg angereist. „Es ist ein weit verbreiteter menschlicher Fehler, bei schönem Wetter nicht mit Stürmen zu rechnen“. Dieses Zitat des florentinischen Philosophen und Politikers Niccolò Macchiavelli (1469 bis 1527) hat Herman Pfau an den an den Anfang seiner Neujahrsansprache gestellt.

„In unserem Land herrscht derzeit Schönwetterstimmung“, so Pfau. „Auch im Gastgewerbe können wir mit 1,7 Prozent mehr Umsatz und in der Hotellerie mit einer Steigerung von einem Prozent erfreuliche Zahlen verzeichnen. Obwohl seit 2016 rund 8000 Betten dazugekommen sind, liegt die Bettenbelegung bei 44,5 Prozent. Wir stehen vor dem siebten Tourismus-Rekordjahr in Folge.“ Der schöne Schein sei jedoch laut Pfaff trügerisch. Laut einer Studie sind die Arbeitskosten in der Branche in den letzten sieben Jahren um 26 Prozent gestiegen. Bei der Produktivität lag der Zuwachs dagegen lediglich bei zwölf Prozent. „Die Probleme“, so Pfau, „haben vor allem politische Ursachen.“ Eines der Probleme ist das Arbeitsgesetz, das kontraproduktiv zu den Anforderungen in Gastronomie und Hotellerie steht. Pfau fordert eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes.

Ein weiterer Kritikpunkt Pfaus war die die unterschiedliche Mehrwertsteuer. „Es kann nicht sein, dass Tierfutter, Tiefkühlpizza oder Fastfood zum Mitnehmen günstiger (sieben Prozent) besteuert werden, als frisch zubereitete Mahlzeiten im Gasthaus, für die 19 Prozent Mehrwertsteuer abgeführt werden müssen. Wir fordern einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz für alle Lebensmittelbranchen, auch für unsere Gastronomie.“ Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller bezeichnete den Hochrhein als gastfreundliche Region, in der sich die Menschen zuhause fühlen. Dazu trage die Gastronomie in großem Maße bei. Sie versprach, die Probleme mit nach Stuttgart zu nehmen und dort vorzutragen.