Zu Beginn führte Maria Kirchhoff, so eine Mitteilung des CDU-Kreisverbandes, mit einem Referat über die Frau im Heilberuf in das Thema ein. Beginnend im vorchristlichen Griechenland, über Hildegard von Bingen bis zur ersten zugelassenen Medizinstudentin an der Universität in Freiburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts spannte sie den historischen Bogen. „Die damaligen ausschließlich männlichen Mediziner sprachen von einem gefährlichen Experiment, da Frauen niemals der geistigen und körperlichen Belastung des Arztberufes gewachsen seien.“

Zwei Drittel der Studienanfänger seien mittlerweile Frauen. Kann aber eine Ärztin ihren Wunsch nach Familie realisieren? Allgemein könne gesagt werden, dass Ärzte, die in einer Gemeinde leben in der sie praktizieren, eine hohe Verantwortung tragen. Ein Zwölf-Stunden-Tag mit zusätzlichen Noteinsätzen sei die Regel. Um Beruf und Familie vereinbaren zu können, benötige es einen Partner in der Praxis und vielfältige Hilfe in der Kinderbetreuung.

Kirchhoff: „Die Problematik im ländlichen Raum besteht nicht in der zu geringen Anzahl an ausgebildeten Ärzten, sondern in der Abwanderung in attraktivere Gegenden.“ Eine zwangsweise Verpflichtung, nach dem Studium für mehrere Jahre auf dem Land zu praktizieren, hielten dei Teilnehmer für kontraproduktiv. Die Möglichkeiten jenseits der Grenze lockten mit besserem Verdienst und oft mit besseren Arbeitsbedingungen.

„Wir haben hier eine hübsche Gegend, aber wir müssen mehr Anreize schaffen“, so Landtagsabgeordneter Felix Schreiner. Er erläutert hierzu das Stipendienprogramm für junge Ärzte, das bereits in Sachsen ein Erfolg sei. Wer sich nach dem Studium verpflichte, fünf Jahre auf dem Land zu praktizieren, erhalte eine Studienbeihilfe.

Und Said-Aziz Hamdani aus Küssaberg sagte: „Die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium sollten überdacht werden. Was nützt ein Einser-Abitur, wenn es dem angehenden Arzt an Empathie fehlt?“ Ergänzt wurde dieser Beitrag von der Bundestagsabgeordneten Gabriele Schmidt: „Der Arztberuf muss sich weiter entwickeln. Es gibt immer mehr Schnittstellen zwischen Medizin und Technik.“

Einig waren sich alle, dass die Gemeinde Ärzten mehr bieten müssten. So sollen Ärzte bei der Wohnungssuche unterstützt werden. Kitas und öffentliche Nahverkehrsangebote müssen bereitgestellt werden. Hilfen bei der Einrichtung der Praxis, schnelles Internet und Hilfe bei der Arbeitssuche für den Partner sollten vorhanden sein.