Zwei baden-württembergische Rathaus-Chefs im Alter von 57 Jahren haben sich am vergangenen Sonntag um eine dritte Amtszeit beworben. Für den einen, Oberbürgermeister Dieter Salomon aus Freiburg, endete es mit der Abwahl. Der andere, Bürgermeister Thomas Schäuble aus Lauchringen, kann sich über eine Wiederwahl mit überzeugendem Ergebnis freuen. Dass die landauf, landab bei Bürgermeisterwahlen figurierende Gegenkandidatin Friedhild Miller (noch ein Zufall: sie stammt genauso wie Martin Horn, der den bisherigen Freiburger OB vom grünbemoosten Sockel gestürzt hat, aus Sindelfingen) 7,5 Prozent der Stimmen erhalten hat, muss wohl unter dem üblichen Phänomen der Proteststimmen verbucht werden. Wobei in diesem Fall zu fragen wäre: Protest eigentlich wogegen? Allein dass es dem gewieften Kommunalstrategen Schäuble gelungen ist, in seiner Gemeinde das mittlerweile zweite Ärztezentrum zu eröffnen (während in der benachbarten Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen wiederholt Anläufe gescheitert sind, Häuser für medizinische Praxen zu etablieren) wirft ein Schlaglicht auf eine effektive Amtsführung, die sich unmittelbar an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Noch während der neuen Wahlperiode Schäubles wird die Umfahrungsstraße Oberlauchringen fertiggestellt und damit die Gemeinde komplett vom Durchgangsverkehr befreit (im staugeplagten Waldshut-Tiengen hat OB Philipp Frank auch zweieinhalb Jahre nach Amtsantritt noch nicht den im Wahlkampf versprochenen Verkehrs-Konvent abgehalten). Geradezu symbolhaft für erfolgreiche Ortspolitik steht das im Bau befindliche neue Wohn- und Gewerbegebiet Riedpark, das die Lücke zwischen Unter- und Oberlauchringen füllen wird. Nicht nur mit seinem Stimmenanteil von knapp 92 Prozent kann Schäuble zufrieden sein. Eine Wahlbeteiligung von 44,3 Prozent (zudem 3,4 Prozentpunkte mehr als 2010) ist bei Wiederkandidatur eines Rathaus-Chefs ein vergleichsweise guter Wert. Als Waldshut-Tiengens ehemaliger Oberbürgermeister Martin Albers 2007 für eine letzte Amtsperiode bestätigt wurde, gaben gerade mal 16,4 Prozent der Wahlberechtigten ihr Votum ab – ein Negativrekord, der zumindest im Kreis Waldshut bislang nicht unterboten wurde.