Wenn das Leben an einem seidenen Faden hängt, kommt es oft auf jede Minute an. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinken die Überlebenschancen mit jeder verstrichenen Minute um etwa zehn Prozent. Bis zum Eintreffen des Notarztes kann deshalb wertvolle Zeit verloren gehen. Das Deutsche Rote Kreuz hat das Problem erkannt, und mit der Ausbildung von „First Respondern“ (wörtlich übersetzt: Erste Reagierende) eine Lösung für das Problem geschaffen.

Bei der Hauptversammlung des Ortsvereins Lauchringen berichtete der Leiter der „First Responder“, Daniel Arndt, von 110 Einsätzen, bei denen auch zwei erfolgreiche Reanimationen durchgeführt wurden. Arndt ist der stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Lauchringen und als Notarzt hauptberuflich Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes beim DRK-Kreisverband Waldshut. „Bis zu 25 Mitglieder werden bei der First-Responder-Gruppe in Lauchringen aktiv sein, wenn alle ihre Ausbildung abgeschlossen haben“, berichtete er und zog ein positives Fazit über die Entwicklung der Gruppe.

Schriftführerin Cindy Grabow berichtete von rund 1700 ehrenamtlich geleistete Stunden, welche die 60 Mitglieder des Ortsvereins 2019 geleistet haben. Drei Blutspende-Termine, Bereitschaftsdienste bei Großveranstaltungen wie beim Narrentreffen oder beim Forrest-Funk-Konzert, die Ausbildung von Rettungskräften sind nur ein Ausschnitt aus den vielfältigen Aufgaben. Ohne Ausbildung und Übung lassen sich die verantwortungsvollen Aufgaben nicht meistern.

Bereitschaftsleiter Alexander Lickert dazu: „Wir haben bei unseren Ausbildungsabenden den Schwerpunkt auf die Schulung im Bereich Hygiene und Desinfektion gelegt, aber auch das kleine Einmaleins, wie die Herz-Lungen Wiederbelebung und das „ABCDE-Schema“ (siehe Infokasten) einstudiert.“

Das dieser Einsatz und die dafür benötigte Infrastruktur nicht ohne finanzielle Mittel geleistet werden können, darüber gab der Schatzmeister Michael Hallmann einen Überblick. Die Neuanschaffung eines Krankentransportwagens war ein Kraftakt, der ohne die Spendenbereitschaft von Bürgern nicht machbar gewesen wäre.

Trotz der rund 10.000 Euro Investitionen konnte eine schwarze Null geschrieben werden. Für den Vorsitzenden Thomas Schäuble steht fest, dass der Ortsverein eine gut funktionierende Einheit darstellt. Er möchte aber auch bereits den Blick in die Zukunft richten: „Wir sollten bereits die Kinder und Jugendlichen mit dem Rot-Kreuz-Virus infizieren.“ Dafür haben sich die Verantwortlichen einiges einfallen lassen. So wird bereits am heutigen Montag ein Schnuppertag für Kinder ab sieben Jahren angeboten.