Peter Rosa

Trotz Hochkonjunktur und voller Auftragsbücher bei den Baufirmen wächst das Mehrgenerationenzentrum im Lauchringer Riedpark rasant. Die größte Baumaßnahme in der Geschichte der Gemeinde, wie Bürgermeister Thomas Schäuble sie beim Spatenstich im vergangenen Herbst bezeichnet hatte, besteht aus in diesem Bereich zwei Gebäuden, dem Kindergarten mit elf darüberliegenden Wohnungen und dem Familienzentrum mit zehn darüberliegenden Zimmern für die ambulante Tagespflege sowie fünf weiteren Wohnungen. Bei einer Baustellenbesichtigung erfuhren rund 20 Interessierte den Stand der Dinge beim Bau des Mehrgenerationenzentrums.

Rechts neben dem bereits bestehenden Rohbau wird der Kindergarten, rechts daneben das Familienzentrum und rechts davon ein weiteres ...
Rechts neben dem bereits bestehenden Rohbau wird der Kindergarten, rechts daneben das Familienzentrum und rechts davon ein weiteres Wohngebäude entstehen.

Investition von neun Millionen Euro

Die Bauträger des Projekts sind die Gemeinde Lauchringen und das Familienzentrum Hochrhein. Das Investitionsvolumen beträgt knapp neun Millionen Euro. 6,8 Millionen wurden bereits an die ausführenden Bauunternehmen und Handwerksbetriebe vergeben. 3,36 Millionen stammen aus Zuschüssen. Das Grundstück im Wert von 1,1 Millionen befindet sich als Eigenkapital in Gemeindebesitz. Zusätzliche 1,2 Millionen Euro stammen aus der Ulrike-Holzwarth-Stiftung.

Schäuble: "Beispielhaftes und zukunftsweisendes Projekt"

Bürgermeister Schäuble lobte das Projekt als beispielhaft und zukunftsweisend. Integration werde hier bewusst gelebt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit der Wohnungen gelegt. Durch die hohe Förderung ergebe sich zudem auf 30 Jahre gerechnet eine 30 Prozent niedrigere Miete, als ortsüblich.

Bürgermeister Thomas Schäuble (links) erklärte knapp 20 interessierten Lauchringern den Stand der Dinge bei der ...
Bürgermeister Thomas Schäuble (links) erklärte knapp 20 interessierten Lauchringern den Stand der Dinge bei der Mehrgenerationenwohnanlage im Riedpark. Bilder: Peter Rosa

Kommission entscheidet über Vergabe

Über die Vergabe der zwischen 48 und 113 Quadratmeter großen, teilweise koppelbaren Wohnungen entscheidet eine Kommission aus verschiedenen Personen, die die Bewerber nach verschiedenen Kriterien möglichst objektiv beurteilen soll. Zu den Kriterien zählen das Einkommen (Grenze: 2350 Euro netto für einen Alleinstehenden), aber auch soziale Aspekte wie der Familienstand und die persönliche Bedürftigkeit. Bewerbungen können bereits jetzt eingereicht werden. Weitere 24 Wohnungen entstehen im Haus 3, das von einem privaten Investor realisiert wird.

Pläne für die Nachbarschaft

Auch für die Nachbarschaft stehen bereits die Pläne. Rund um den später zentralen Bertold-Schmidt-Platz mit Wasserspiel werden weitere mehrstöckige Gebäude in Form von Wohn- und Geschäftshäusern sowie einer Markthalle (Drogeriemarkt, Sportgeschäft, Kindermode und Gastronomie) entstehen. Die Investitionssumme für das Areal inklusive der privat finanzierten Gebäude beläuft sich laut Schäuble auf rund 250 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für 2021 angedacht.

Bürgermeister Thomas Schäuble (links) erklärte knapp 20 interessierten Lauchringern, was die Mehrgenerationenwohnanlage im Riedpark ...
Bürgermeister Thomas Schäuble (links) erklärte knapp 20 interessierten Lauchringern, was die Mehrgenerationenwohnanlage im Riedpark zukünftig zu bieten haben wird. Bild: Peter Rosa

 

 

Drei Häuser für mehrere Generationen

  • Haus 1 – Kindergarten: Der Kindergarten im Erdgeschoss und erstem Obergeschoss soll drei Gruppen à 25 Kindern Platz bieten und Anfang 2019 in Betrieb gehen. Ebenfalls im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss entstehen elf Wohnungen.
  • Haus 2 – Familienzentrum und ambulante Tagespflege: Ins Erdgeschoss soll noch im Jahr 2019 das Familienzentrum Hochrhein von rund 200 Quadratmetern auf über 500 Quadratmeter umziehen. Im offenen Bereich entstehen eine Cafeteria und ein offenes Wohnzimmer, im halboffenen Bereich Räume für Vorträge und Veranstaltungen und im nicht offenen Bereich Platz für Selbsthilfegruppen, Gesprächskreise und Kinderbetreuung. Im ersten Obergeschoss gibt es dann zehn Plätze in Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen jeden Alters in einer ambulanten Tagespflege. Im Obergeschoss gibt es fünf Mietwohnungen.
  • Parkmöglichkeiten – Garage: Unterhalb der beiden Gebäude entstehen für seine Mitarbeiter und Bewohner 75 Garagenstellplätze. Auch unter den benachbarten Gebäuden rund um den später zentralen Bertold-Schmidt-Platz wird es teils öffentliche Garagenstellplätze geben.
  • Haus 3: Mietwohnungen: Das dritte Haus, das ebenfalls bis Jahresende 2019 fertiggestellt werden soll, wird von einem privaten Investor finanziert und enthält 24 Wohnungen.