„Karate ist Disziplin, Körperbeherrschung und Teamfähigkeit“, erklärt Ralf Gehringer den Sport, von dem er seit seiner Jugend begeistert ist. Inspiriert von Bruce Lee, begannen der gebürtige Tiengener und seine Freunde Mitte der 70er Jahre, die Kampfkunst zu trainieren. Nach längerer Pause gründeten sie 2001 schließlich den Budo-Sport Verein Lauchringen. (Budo fasst alle japanischen Kriegskünste mit wertbildenden geistigen und erzieherischen Inhalten, die heute als Kampfsport- und Selbstverteidigungssyteme verbreitet sind, zusammen.)

Während des Trainings werden Schläge und Tritte, aber auch Würfe und Abwehrmaßnahmen trainiert.
Während des Trainings werden Schläge und Tritte, aber auch Würfe und Abwehrmaßnahmen trainiert. | Bild: Budo-Club Lauchringen

Für Gehringer liegt der Mehrwert des Kampfsports in seiner Vielseitigkeit: „Karate verbindet die Erziehung zur Disziplin, die Entwicklung von Konzentration und den Anspruch an Perfektion mit sportlicher Auslastung und Tradition“, erklärt der 58-jährige Programmierer, der in Zürich lebt. Am Anfang stand der Sport mit Freunden und das sich Beweisen bei Prüfungen im Vordergrund.

Wiedereinstieg mit 35 Jahren

Bei seinem Wiedereinstieg mit 35 fand Gehringer im Karate den perfekten Weg, sich wieder sportlich zu betätigen und seine Grenzen auszuloten. Heute ist er Dan-Träger und Sensei (japanisch Lehrer), besitzt also den schwarzen Gürtel und darf andere in der Karatekunst unterrichten. „Besonders Kinder und Jugendlichen profitieren vom Karate-Training“, meint Gehringer.

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Die körperliche Aktivität wirke sich in Verbindung mit sportlichen Ambitionen, der Vereinsgemeinschaft und dem Training von Selbstbeherrschung positiv auf deren Alltag aus. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung fördere zudem das Selbstbewusstsein. Auch ihm selbst sei das Training schon in verschiedenen Situationen zugutegekommen, so Gehringer.

Ralf Gehringer ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Buco-Clubs Lauchringen. Er besitzt den schwarzen Gürtel in Karate.
Ralf Gehringer ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Buco-Clubs Lauchringen. Er besitzt den schwarzen Gürtel in Karate. | Bild: Budo-Club Lauchringen

Trainiert wird in der Gemeindehalle Unterlauchringen in mehreren Gruppen an vier Tagen die Woche. Das große Trainingsprogramm beinhaltet das traditionelle Shtkan-Karate, das I-Shin-Ryu-Karate (Straßenkampf) und Selbstverteidigungskurse. „Wiedereinsteiger wie Anfänger sind jederzeit willkommen und dürfen gleich mittrainieren“, sagt Gehringer. Regelmäßig werde zudem ein Trainingslager organisiert und Weltmeister bzw. bekannte Größen aus verschiedenen Kampfsportarten für gemeinsame Trainings eingeladen. Insgesamt sorgen heute acht Dan-Träger für die Ausbildung, dennoch sei man stets auf der schwierigen Suche nach Trainern. Schon immer ausgezahlt hat sich die intensive Jugendarbeit: Von den 130 Mitgliedern (120 aktive Sportler) sind 80 Kinder und Jugendliche.

Seit sechs Jahren Vorsitzender

Besonders schätzt Gehringer aber das lebendige Vereinsleben: „Ein für uns sehr wichtiger Bereich ist das gesellschaftliche und kameradschaftliche Miteinander.“ Dieses werde bei den Vereinsaktivitäten und -festen aktiv gelebt. Von seinen 18 Jahren im Vorstand ist Gehringer seit sechs Jahren Vorsitzender. „Der Verein ist ein Stück von mir selbst. Ich mache es gern und für mich ist es Charaktersache, auch etwas für andere zu tun“, sagt Gehringer.