Was der Lauchringer „Dä Traditionsverein“ vor gut einem Jahr auf die Beine stellte, wäre derzeit aufgrund der Corona-Pandemie undenkbar: Damals kamen 2762 verkleidete Schlümpfe auf dem Schwimmbad-Parkplatz an der Wutach zusammen und bescherten den Organisatoren den Rekord als weltweit größtes Schlumpftreffen. Eine solche Veranstaltung wäre wegen des derzeit geltenden Versammlungs- und Kontaktverbots unmöglich.

Der Weltrekord von Lauchringen, den das Guinness-Institut Ende Mai 2019 offiziell bestätigte, ist zwischenzeitlich geknackt worden. Anfang März – und damit noch vor den in Frankreich eingeführten Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus – versammelten sich in der 16.000-Einwohner-Gemeinde Landerneau in der Bretagne rund 3500 Schlümpfe oder Schtroumpfs, wie die blauweißen Kobolde im Nachbarland genannt werden.

2762 verkleidete Schlümpfe sorgten im Februar 2019 für einen Weltrekord in Lauchringen. Rund ein Jahr später ist die Teilnehmerzahl in einer Stadt in Frankreich überboten worden.
2762 verkleidete Schlümpfe sorgten im Februar 2019 für einen Weltrekord in Lauchringen. Rund ein Jahr später ist die Teilnehmerzahl in einer Stadt in Frankreich überboten worden. | Bild: Peter Rosa

„Wir haben im Vorfeld davon gar nichts mitbekommen, sonst wären wir sicherlich hingefahren“, zeigt sich Sebastian Kaiser vom Lauchringer Traditionsverein auf Nachfrage dieser Zeitung überrascht vom französischen Schlumpftreffen. Überrascht und, wie er sagt, ein wenig „schockiert“, war der 42-Jährige auch von der Tatsache, dass der Lauchringer Weltrekord gerade mal ein Jahr hielt.

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„Ich hatte nicht erwartet, dass jemand das so schnell überbieten kann“, sagt Kaiser im Gespräch mit dieser Zeitung. Der vorherige Weltrekord, den die Lauchringer im Februar 2019 knackten, war zehn Jahre zuvor im walisischen Swansea aufgestellt worden.

Mittlerweile nimmt der Traditionsverein, den ein paar Jugendfreunde 1998 in Lauchringen gegründet hatten, den Verlust des Weltrekords sportlich. „Aus meiner Sicht sind Rekorde da, um sie zu überbieten“, findet Kaiser, der auch ein wenig stolz ist, dass „wir die Franzosen inspiriert und motiviert haben“, ebenfalls möglichst viele Schlümpfe zu versammeln.

Sich den Titel zurückerobern, streben die 13 Mitglieder nicht an. „3500 Schlümpfe – das ist schon eine Hausnummer“, meint Kaiser. Diese Zahl zu überbieten, sei schwierig. Zumal beim erfolgreichen Weltrekord 2019 alles gepasst habe – inklusive des Risikofaktors Wetter.

Kein Abklatsch des Schlumpftreffens geplant

„Es muss mal was Neues her – kein Abklatsch des Schlumpftreffens“, sagt der in Tiengen lebende Familienvater auf die Frage, ob der Verein bereits Pläne für eine ähnliche Großveranstaltung schmiede. „Es gibt keinen Zeitplan, und ob es wieder ein Rekordversuch werden soll, wollen wir offenlassen“, sagt Kaiser. Zumal angesichts der Corona-Krise aktuell unklar ist, wann öffentliche Veranstaltungen wieder zulässig sind.

Für die Quizshow „Sag die Wahrheit“ ist Sebastian Kaiser kürzlich noch einmal ins Schlumpf-Kostüm geschlüpft. Die Ratesendung wird am kommenden Montagabend im SWR-Fernsehen ausgestrahlt. Für die Aufzeichnung reiste er am bereits Anfang Februar mit seiner Frau und den beiden Söhnen nach Baden-Baden.

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„Es war die 555. Folge – eine Schnapszahl“, erzählt Kaiser und lacht. In dem Fernsehformat behaupten drei Kandidaten, eine bestimmte Person zu sein. Jedes Mitglied des vierköpfigen Rateteams hat anschließend 45 Sekunden Zeit, allen drei Kandidaten nacheinander Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob es sich um die gesuchte Person oder einen sogenannten Schwindler handelt.

In der Folge mit Sebastian Kaiser war er die gesuchte Person. Für die prominente Jury – bestehend aus der Schauspielerin Ursula Cantieni, der Moderatorin Kim Fisher, dem Rap-Musiker Smudo und dem Moderator Pierre M. Krause – galt es herauszufinden, welcher der drei Kandidaten das weltgrößte Schlumpftreffen mitorganisiert hatte.

Wer wissen möchte, wer die beiden Schwindler entlarvt hat oder ihnen auf den Leim gegangen ist, muss am Montag „Sag die Wahrheit“ einschalten. Nur eines verrät Kaiser vorneweg: „Ein Mitglied der Jury hat richtig geraten.“