Im Juni häuften sich Berichte über erhöhte Aggressivität und Drogenkonsum unter den Badegästen des Lauchringer Freibads. Die Polizei war in dieser Saison bereits zwölfmal vor Ort. Es folgten Badeverbote und Anzeigenerstattungen. Die Gemeinde reagierte zudem mit dem Einsatz eines Sicherheitsdiensts. Seither herrscht wieder Ruhe.

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Laut Gemeindeverwaltung Lauchringen, die das Bad betreibt, ist es im Juni zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen, die das Personal zu schlichten hatte. Außerdem wurde Drogenkonsum beobachtet. Die Polizei wurde mehrfach hinzugezogen. Diese berichtet von sechs Fällen im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (in sämtlichen Fällen Cannabis), einem Körperverletzungsdelikt, einem Diebstahlsdelikt und zwei Streitschlichtungen.

Sechs Jugendliche, sechs junge Erwachsene

Zudem wurde in zwei Fällen der Jugendschutz überprüft und dabei Tabak und eine Shisha sichergestellt. Insgesamt wurden bisher zwölf zeitlich begrenzte Badeverbote ausgesprochen, sechs an Jugendliche, der Rest an (junge) Erwachsene. Vier Badeverbote richteten sich an Lauchringer, die übrigen an Personen aus den Umlandgemeinden.

Nach mehreren Zwischenfällen ist im Freibad Lauchringen wieder Ruhe eingekehrt.
Nach mehreren Zwischenfällen ist im Freibad Lauchringen wieder Ruhe eingekehrt. | Bild: Peter Rosa

Die Lage im Lauchringer Freibad scheint einem bundesweiten Trend zunehmender Aggressionsbereitschaft in Freibädern zu folgen. In den vergangenen Wochen machte zum Beispiel das Rheinbad in Düsseldorf Schlagzeilen, weil es aufgrund von Randalen mehrfach geräumt werden musste. Diese Einschätzung scheint durch eine Stellungnahme der Gemeinde Lauchringen bestätigt. Michaela Gmelin, Leiterin von Bürgerservice und Ordnungsamt in Lauchringen: „Auch in den Vorjahren ist es immer mal wieder zu kleineren Rangeleien im Freibad gekommen, jedoch noch nie in der Art, dass während des regulären Badebetriebs ein Sicherheitsdienst für notwendig erachtet wurde.“

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Von einer verschärften Sicherheitslage im Freibad Lauchringen kann aus verschiedenen Gründen dennoch nicht gesprochen werden. Zu verbalen oder körperlichen Angriffen auf das Personal sei es in keinem der Fälle gekommen, beruhigt Schwimmmeister Jörg Lelonek. Darüber hinaus müssten die vier Fälle, in denen Aggressivität im Spiel war, mit den mittlerweile fast 60 000 Badegästen des Freibads Lauchringen allein in dieser Saison in Relation gesetzt werden.

Mehr Kontrollen und mehr Delikte

Bei der Betäubungsmittel-Kriminalität handle es sich laut Mathias Albicker, Pressesprecher der Polizei, zufolge um „Holkriminalität“, das heißt, je mehr kontrolliert werde, desto mehr Verstöße kämen ans Licht. Diese seien in Lauchringen überwiegend vom nun eingesetzten Sicherheitsdienst aufgedeckt worden, der in Zivil operierte und laut Gemeinde primär für die Kontrolle der hinteren Bereiche der großen Liegewiese engagiert wurde. „Aus den übrigen Anlässen lässt sich derzeit keine nennenswerte Steigerung des Einsatzaufkommens zum letzten Jahr feststellen“, so Albicker.

Zwölf einmonatige Badeverbote hat die Gemeinde Lauchringen im Juni ausgesprochen.
Zwölf einmonatige Badeverbote hat die Gemeinde Lauchringen im Juni ausgesprochen. | Bild: Peter Rosa

Insgesamt gab es nach Polizeiangaben in diesem Jahr bislang 25 Polizeieinsätze in den rund 15 Freibädern im östlichen Landkreis. Ein Vergleich zu den Vorjahren ist aufgrund der nicht vorhandenen Meldepflicht für die beschriebenen Vergehen nicht möglich, jedoch fand ein Großteil der Einsätze in Lauchringen und Albbruck statt. Im Waldshuter Bad kam es laut den Stadtwerken Waldshut-Tiengen zu keinen Auffälligkeiten über die normalen gelegentlichen Rufe zur Ordnung oder Hausverbote hinaus.

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Und auch unter den Lauchringer Badegästen ist wieder Ruhe eingekehrt. „Die Stimmung ist gut und wir fühlen uns sicher“, sagt Schwimmmeister Jörg Lelonek. Auch das Umfeld der Unruhestifter war dem Bad seither ferngeblieben. Die einzigen, die sich kritisch gegenüber dem Einsatz eines Sicherheitsdiensts geäußert hätten, seien diejenigen gewesen, die sich beim illegalen Joint-Rauchen gestört gefühlt hätten. „Und wenn die nicht mehr kommen, dann haben wir unser Ziel erreicht“, so Lelonek.

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