Würdiger kann man einen 100. Geburtstag kaum feiern. Die Chorgemeinschaft Oberlauchringen hatte sich dazu sie passenden Gäste eingeladen. Mit der Lizenz zum Tönen ausgestattet, eroberten die Füenf die Gemeindehalle im Sturm. Die fünf Schwaben, die mit ihrem A-Cappella-Künsten bereits das dritte Mal in Lauchringen gastierten, hatten ihr neues Programm „005 – Im Dienste ihrer Mayonnaise“ als Geschenk mitgebracht. Dass ihre eingereichten Filmtitel Vorschläge, bei den Bond Machern noch keine Berücksichtigung fanden, ist für Justice, Pelvis, Memphis, Little Joe und Dottore Basso kein Beinbruch. Zu Beginn bauten die Wortakrobaten einen guten Draht zu ihrem Publikum auf, indem sie die erste Reihe aufs Korn nahmen: „Wenn ich mir Euch so ansehe, dann frage ich mich, warum sitzt ihr nicht in der letzten Reihe?“

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Die Eigenkompositionen der Füenf, strotzten vor Ironie und schwarzen Humor, sparte aber auch nicht vor gesellschaftlicher Kritik. In „Wir sind die Guten“ machten Sie dem Publikum Mut, sich dem Rechtspopulismus zu Wehr zu setzen. Keiner im fast ausverkauften Saal, vermisste die Instrumente. Im Gegenteil, virtuos ahmten sie diese, mit ihren Stimmen nach. Wie zum Beispiel bei einer Ode an die Schwiegermutter. Mit kleinen versteckten Anspielungen, „Du bist eine Oberhammer Klasse Frau von Schwiegermutter“ wird das besondere und erotische Verhältnis gefühlvoll beschrieben. Man merkt den Sängern ihre künstlerische Ausbildung zu jeder Zeit an. Wie zum Beispiel bei Francesco Cagnetta (Dottorre Basso). Der Bassist hatte bereits mehrere Engagements beim Württembergischen Staatstheater Stuttgart hinter sich, bevor er sich mit den „Füenf“ endgültig auf die eine künstlerische Karriere konzentrierte.

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Seit 24 Jahren touren die Freunde nun miteinander, haben aber den großen Durchbruch noch nicht geschafft. Aber sie glauben nun die Lösung gefunden zu haben. Salsa und Samba sollen es nun richten. Mit dem Song „Aeroporte Seguridad“ brachten sie das Publikum zum Kochen. Da ein Sommerhit eine Choreographie braucht wurden die Zuhörer, zum Mitmachen animiert. Minutenlang wurde erfolgreich, an die passenden Bewegungen gefeilt.

Sänger ohne Berührungsängste

Nach einem knapp zweistündigen Auftritt, wurden die Protagonisten mit ohrenbetäubendem Beifall belohnt. Damit nicht genug. In ihrer Zugabe setzten sie noch einen drauf. In ihrem Kult Medley „Horst“ zeigten sie nochmals ihr musikalisches Können. Bemerkenswert war die Aufgeschlossenheit der symphytischen Sänger. Unmittelbar nach dem Auftritt, standen sie den Fragen ihrer Fans, Rede und Antwort.