Einige Handballclubs in der Region mussten aufgeben. In Lauchringen boomt die nach Fußball zweitbeliebteste Sportart entgegen des Trends. Der Handballclub (HC) Lauchringen ist der Leuchtturm in der kargen Handball-Landschaft am Hochrhein. Der Verein erlebt im Jahr seines 40-jährigen Bestehens ein Hoch. Zwölf Mannschaften nehmen am Spielbetrieb teil. Der HC hat über 300 Mitglieder, davon über 160 Kinder und Jugendliche.

Interessante Vereinsgeschichte

40 Jahre Handballclub Lauchringen – für den Vorstand war dies ein Anlass, mal im Archiv zu stöbern. Und wir haben Gründungsmitglieder befragt. Interessante Geschichten kamen nun ans Licht. 1981 ist das offizielle Gründungsjahr. Handball wurde in Lauchringen aber schon viel früher gespielt, belegt in einem Artikel dieser Zeitung über die Gründungsversammlung im Gasthaus Adler.

Dieter Reichwein übernimmt das Traineramt

Darin heißt es: „Bis 1965 hatten Frauen und Mädchen, insbesondere in Oberlauchringen, kaum Möglichkeiten der sportlichen Betätigung. Es bestand ein echtes Defizit, sodass handballbegeisterte Frauen und Mädchen sich zusammen fanden, um Handball zu spielen. In Dieter Reichwein fanden sie einen Trainer und Betreuer.“

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HC-Frauen steigen in die Landesliga auf

Somit ist klar: Die Frauen nahmen den Ball in die Hand. Und sie waren über viele Jahre das Aushängeschild des Clubs. Das Team startete 1966 in die Runde. Die Handballer schlossen sich als Abteilung den Fußballern des SV Oberlauchringen an. Der vorläufige Höhepunkt: Mit Trainer Rolf Thiesbrummel stieg das Frauenteam in die Landesliga auf. Frühere Erfolge motivierten offensichtlich auch die Jungs, Handball zu spielen.

Bau der Sporthalle ist abgeschlossen

Der SV Oberlauchringen und FC Unterlauchringen fusionierten anfangs der 1970-er Jahre zum SC Lauchringen. Die Handballer wechselten unter das Dach des Turnvereins. Inzwischen waren fünf, kurz darauf sechs Teams im Spielbetrieb. Die Meinung festigte sich, dass man nun einen Neubeginn wagen könne. Im damaligen Artikel steht: „Mit eine Voraussetzung dafür ist auch die Fertigstellung der Sporthalle bei der Hauptschule.“ Bis dahin hätten die Lauchringer Handballer ihre Heimspiele in Tiengen, Murg, Laufenburg und Erzingen ausgetragen.

Die goldene Ära des Frauenhandballs

„Als eigenständiger Verein war die Zusammenarbeit mit dem Verband einfacher“, sieht Ilona Pintsch rückblickend einen der Beweggründe, sich vom TV loszulösen, „aber ich denke, es war einfach der Traum von Dieter Reichwein.“ Sie ist Gründungsmitglied und war aktiver Teil der goldenen Ära des Lauchringer Frauenhandballs. Die heute 66-Jährige spielte 20 Jahre aktiv und ist nunmehr seit über 50 Jahren dem Handballsport verbunden. Sie pflegt immer noch Kontakte, nicht nur zu ihren früheren Teamkolleginnen.

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Der Initiator erinnert sich an eine schöne Zeit

Und was sagt der Initiator? Er klingt bescheiden. An Details erinnert sich der heute 85-Jährige ehemalige Lehrer und Rektor der Grundschule Oberlauchringen nicht mehr. Nur so viel: „Es war eine wunderbare Zeit, weil es hier einmalig war. Ich habe immer nur Handball gespielt – als Rechtsaußen.“

HC lebt von vielen engagierten Mitgliedern

Ob er stolz ist, dass es den Verein nach 40 Jahren immer noch gibt? „Darüber habe ich noch nie nachgedacht“, sagt Reichwein. Pintsch ist es. Obwohl es eine Phase gegeben habe, in der sie Bedenken gehabt habe, ob es den Verein noch lange gebe. Unter Sascha Steinert habe es wieder einen Aufschwung gegeben. Heute schwärmt sie: „Ich bin begeistert, was Vorstand, Trainer und Betreuer machen. Speziell mit der Jugend.“

Zwischenzeitlich spielten die Lauchringer Handballer in einer Spielgemeinschaft mit dem HC Waldshut-Tiengen, der wenig später aufgelöst wurde.

Der HC Lauchringen im Kurzportrait:

Handballer wollen endlich wieder in die Halle

Corona zwingt den Vorstand, die Geburtstagsaktivitäten hauptsächlich in die digitalen Kanäle zu verlegen. Ein Jubiläumstrikot ist in der Mache, das HCL-Lied erfährt eine Renaissance, es soll einen Kurzfilm über den Verein und eine Sammelkleberaktion nach Panini-Muster geben. Ein Vereinsfest soll geplant werden, wenn es die Corona-Lage erlaubt. Der größte Wunsch ist aber, wie Sebastian Kaiser, einer der drei Vorsitzenden, sagt: „Der Start zur hoffentlich neuen Saison.“

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