Die Zahl 125 steht groß auf der Urkunde, die Ingeborg Scheiner vor Kurzem im Gemeinderat Lauchringen erhalten hat. Gemeinsam mit 22 weiteren Lauchringern, die von März 2021 bis Februar 2022 eine der Ehrungsstufen erreicht hatten, wurde die langjährige Blutspenderin geehrt. Ingeborg Scheiner erhielt für ihre 125 Blutspenden die Blutspender-Ehrennadel in Gold mit goldenem Eichenkranz und der Zahl 125.

Die 71-Jährige erinnert sich noch gut an ihre erste Blutspende im Jahr 1984. Mit ausschlaggebend hierfür war die Krankheit eines engen Familienmitglieds und das damit verbundene Wissen, wie wichtig eine Blutkonserve sein kann. Die heute pensionierte Lehrerin erklärt weiter zu ihrer Motivation: „Man tut einfach was Gutes und auch für den eigenen Körper ist es gut.“

Die an dem Abend anwesenden Blutspenderinnen und Blutspender bekamen ihre Ehrenurkunde von Bürgermeister Thomas Schäuble überreicht.
Die an dem Abend anwesenden Blutspenderinnen und Blutspender bekamen ihre Ehrenurkunde von Bürgermeister Thomas Schäuble überreicht. | Bild: Gemeinde Lauchringen

Die ersten drei Jahre spendete Ingeborg Scheiner ein- bis zweimal pro Jahr. Seit 1987 achtet die heute 71-Jährige darauf, die vier erlaubten Termine pro Jahr einzuhalten. Tendenziell meldet sie sich in Klettgau, Erzingen, Grießen oder Weilheim, wenn Blutspendetermine bekannt sind. Auch in St. Blasien war Ingeborg Scheiner schon zum Blutspenden und hat den Besuch in der Domstadt mit einem Spaziergang verbunden.

Mit jeder erreichten Ehrungsstufe erhält die Blutspenderin oder der Blutspender eine Urkunde. Im Fall von Ingeborg Scheiner kam noch ...
Mit jeder erreichten Ehrungsstufe erhält die Blutspenderin oder der Blutspender eine Urkunde. Im Fall von Ingeborg Scheiner kam noch eine Ehrennadel hinzu (oben links im Bild) | Bild: Tina Prause

Und selbstverständlich ist ihre Heimatgemeinde Lauchringen immer wieder die erste Anlaufstelle. Für den nächsten Termin am 22. Juli ist Ingeborg Scheiner auch schon angemeldet. Das wird dann bereits ihre 130 Blutspende sein. „Die 150 schaffe ich nicht mehr“, resümiert sie das allerdings baldige Ende ihrer Blutspenden in zwei Jahren.

Warum Blutspenden so wichtig ist

„Es ist ein kleiner Piecks für den Menschen und rettet Leben“ nennt Dr. Daniel Arndt den wohl wichtigsten Fakt zu dem Thema. Er ist hauptberuflich Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut und ehrenamtlich stellvertretender Vorsitzender der DRK-Ortsgruppe Lauchringen. Daniel Arndt fasst zusammen, dass bei den allgemein geltenden Vorgaben prinzipiell der Schutz der Blutspender im Vordergrund steht.

Das gilt beim Blutspenden

Aus diesem Grund sollen pro Spende maximal 500 Milliliter Blut, zuzüglich Untersuchungsproben, entnommen werden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden sollte mindestens acht Wochen sein. Der Regelfall sind aber zwölf Wochen. Innerhalb von zwölf Monaten dürfen bei Frauen maximal 2000 Milliliter Blut entnommen werden, bei Männern sollten 3000 Milliliter nicht überschritten werden.

Daraus ergibt sich folgende Spendenanzahl: Frauen dürfen pro Jahr viermal Blut spenden, Männer dürfen hingegen bis zu sechs Termine wahrnehmen. Der Hintergrund ist, dass der Hämoglobinwert (kurz HB-Wert), bei Frauen niedriger ist als bei Männern.

Erstspender sollten nicht älter als 56 Jahre alt sein. Unabhängig davon, wie oft oder regelmäßig man zur Blutspende gegangen ist, darf das letzte Mal mit 72 Jahren gespendet werden. Ab dem 73. Geburtstag wird man nicht mehr für Blutspenden zugelassen. Ingeborg Scheiner hat also noch zwei Jahre Zeit, weitere Spenden zu sammeln.

Der nächste Blutspendetermin in Lauchringen ist am 22. Juli von 14 bis 19.30 Uhr in der Gemeindehalle Unterlauchringen. Informationen und weitere Termine gibt es im Internet.

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