Nach einem trockenen und überdurchschnittlich heißen erstem Halbjahr haben die anhaltende Trockenheit und Hitze in Lauchringen wie auch in anderen Teilen Deutschlands und Europas historische Ausmaße erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch der Klimabeirat Lauchringen nach der Auswertung der Daten seiner Wetterstation. "Nur die Extremsommer von 1987 und 2003 waren vergleichbar", sagt Wetterexperte Alois Kohler. Die Temperaturanomalien haben bereits Rekordwerte erreicht.

Beim Rathaus bedeckt das vertrocknete Laub bereits Teile der Wiesen.
Beim Rathaus bedeckt das vertrocknete Laub bereits Teile der Wiesen. | Bild: Peter Rosa

Im Zeitraum zwischen April und Juli 2018 wurde mit 3,6 Grad Celsius laut Deutschem Wetterdienst die höchste positive Abweichung seit 1881 gemessen. Schon im Juni war es in Lauchringen, wie auch bundesweit 2,4 Grad wärmer als in der internationalen Vergleichsperiode. Bereits der Januar war um vier Grad zu warm. Während Februar und März etwas kühler als normal waren, war der April mit 12,8 Grad um 3,4 und der Mai mit 15,8 sowie der Juni mit 19,1 um jeweils zwei Grad zu warm.

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Wenig Regen mit extremen Ausnahmen

Während im Januar mit 178,6 Litern pro Quadratmeter deutlich mehr als das doppelte des durchschnittlichen Januarniederschlags gefallen war, erwies sich der Juli mit nur 37,6 Litern als um 72 zu trocken – und das als sechster Monat in Folge. 22,6 Liter hiervon fielen an nur einem Tag, dem 6. Juli. So waren es im Juni und Juli zusammengenommen nur noch 93,6 Liter, nicht mal halb so viel wie die durchschnittlichen 218 Liter aus dem Langzeitrückblick zwischen 1981 und 2010.

Auch in Lauchringen sind ganze Maisfelder der Dürre zum Opfer gefallen.
Auch in Lauchringen sind ganze Maisfelder der Dürre zum Opfer gefallen. | Bild: Peter Rosa

Im Mai waren es 76,5 statt 114 Liter. Insgesamt regnete es bis Ende Juli 448,7 Liter pro Quadratmeter. Der regenreichste Tag war mit 34,8 Litern der 4. Januar. Die höchste Regenintensität wurde mit 8,4 Litern in einer Stunde am 24. Mai erreicht. Mit nur 9,6 Litern fiel im April nur ein Zehntel der üblichen Niederschlagsmenge. Die längste Trockenperiode gab es mit 20 niederschlagsfreien Tagen zwischen dem 13. Juni und dem 3. Juli.

Viel Sonne und hohe UV-Strahlung

Auch die Sonnenscheindauer ist in diesem Jahr mit 1302 Stunden – davon alleine 286 im Juli (Durchschnitt: 257) – bis Ende Juli überdurchschnittlich. Darüber hinaus gab es im Juli elf Hitzetage mit über 30 Grad. Zum Monatsabschluss gab es am 31. Juli mit 35,6 Grad die bisher höchste Temperatur des Jahres. Der höchste UV-Index-Wert seit Jahresbeginn wurde mit 6,7 am 18. Juni registriert, nur selten fiel der Wert zwischen Mai und Juli unter 6.

Nein, dieses Bild stammt nicht aus dem Herbst. Zum Eigenschutz werfen viele Bäume, wie hier bei der Ortseinfahrt Oberlauchringen, bereits ihre vertrockneten Blätter ab.
Nein, dieses Bild stammt nicht aus dem Herbst. Zum Eigenschutz werfen viele Bäume, wie hier bei der Ortseinfahrt Oberlauchringen, bereits ihre vertrockneten Blätter ab. | Bild: Peter Rosa

Je höher der UV-Index, desto schneller kann es zum Sonnenbrand kommen. Ab einem Wert von 3 (mittel) sind laut dem Bundesamt für Strahlenschutz Sonnenschutzmaßnahmen empfohlen und bei Werten ab 6 unbedingt notwendig. Über die 258 Sonnenstunden (plus 48 Prozent) freuten sich besonders die Betreiber von PV-Anlagen.

Unwetter und Dürre

Im Gegensatz zu anderen Orten in der Region blieb Lauchringen im Mai vor Wetterextremen wie Starkregen oder Hagel verschont. Wettertechnisch interessant war lediglich das Gewitter am 8. Juni. Um 15.10 Uhr gab es kurzzeitig heftige Windböen, die Temperatur fiel innerhalb einer halben Stunde um 7,6 Grad und es regnete in nur zehn Minuten 7,2 Liter pro Quadratmeter. Mit einem Drittel der normalen Niederschlagsmenge bestimmen nun hingegen Hitze und anhaltende Dürre das Wetter.

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