Ab Juni wird die Gemeinde Küssaberg ihren Bürgern ein Carsharing-Programm anbieten. Jeweils ein Renault Z.E. 50 Intens R110 (E-Car) kann dann in den Ortschaften Rheinheim und Kadelburg gegen eine Gebühr geliehen werden. Weiter werden in diesem Jahr noch zwei Lasten-E-Bikes den leihbaren Fuhrpark erweitern.

Blick auf die Anfänge

Knapp zwei Jahre ist es her, dass das Thema Carsharing von Gemeinderatsmitglied Peter Niemann (Bündnis 90/Die Grünen) angesprochen wurde. Hieraus entstand die Initiative „Moobiles Küssaberg“, welche sich mit alternativen und vor allem nachhaltigen Mobilitätskonzepten im ländlichen Raum befasst. Offiziell wurde die Arbeitsgruppe vom Gemeinderat beauftragt, ein mögliches Konzept sowie den notwendigen Bedarf innerhalb der Bevölkerung zu ermitteln. Eine im vergangenen Jahr durchgeführte Befragung brachte mit 80 Antworten zwar nicht den erhofften quantitativen Rücklauf, zeigte aber dennoch deutlich den Wunsch nach mindestens einem Standort in Kadelburg sowie in Rheinheim. „Für mich ist das schon etwas mager“, äußerte sich Dieter Tritschler (CDU) zunächst enttäuscht über die Rücklaufquote.

In einer ausführlichen Fragerunde stand die Arbeitsgruppe mit Unterstützung von Cornelia Kammerlander von Stadtmobil Carsharing Südbaden dem Gemeinderat nun Rede und Antwort bevor über einen definitiven Einstieg in das Projekt entschieden wurde: CDU-Gemeinderat Sascha Klubert wollte wissen, wieviel KW die Batterie des Renault Z.E. 50 Intens R110 hat? Die Antwort lautete, die Leistung liegt bei 20 bis 25 Kilowattstunden. Für die Länge der Vertragsbindung interessierte sich CDU-Rat Helmut Karlsch und ob man gegebenenfalls vorher aussteigen könnte. Wählbar sei eine Laufzeit von ein oder zwei Jahren. Der Vertrag verlängere sich nicht automatisch, sondern muss nach Ende der Laufzeit neu abgeschlossen werden. Doch der Vertrag könnte jederzeit gekündigt werden, informierte Kammerlander.

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Circa 350 Kilometer können mit einer voll aufgeladenen Batterie gefahren werden, lautete die Antwort auf die Frage von Dieter Tritschler (CDU) nach der Kilometerleistung. Thomas Baumgartner (CDU) erkundigte sich, wie das Auto am Wochenende ausgeliehen werden kann und ob auch eine analoge Buchung möglich sei. „Einmal angemeldet, erhält der Nutzer eine Karte. Eine Buchung ist auch per Telefon möglich, ist allerdings kostenpflichtig – pro Buchung ein Euro“, so die Antwort von Kammerlander. Ab wann gelte ein Elektroauto als umweltfreundlicher im Gegensatz zu herkömmlichen Antriebsmotoren, wollte Liselotte Noth (CDU) wissen.

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Je nach Fahrzeugtyp sei ein Auto mit Elektromotor ab 20.000 bis 40.000 gefahrenen Kilometern im Hinblick auf den CO2-Bilanz rentabler als ein Auto mit herkömmlichen Antrieb, wusste die Carsharing-Expertin. Eine Rentabilität der Autos wäre bei 15 bis 20 Nutzern pro Standort erreicht. Markus Granacher (CDU) regte an, vorab verbindliche Zusagen von Nutzern einzuholen. Mit neun Ja-Stimmen war die Mehrheit des Gremiums für einen zweijährigen Vertrag für zwei Elektroautos sowie zwei Elektro-Lastenfahrräder, die im Herbst folgen sollen.