Kaum eine Zeit verbindet man so gerne mit Traditionen, wie die Weihnachtsfeiertage. Ging es vielleicht in den Wochen zuvor noch hektisch zu und in der freien Zeit darum, die passenden Geschenke zu finden, zeigen doch eben diese liebgewonnenen Rituale, was uns wirklich wichtig ist. Wir haben in den Gemeinden des östlichen Landkreises mal nachgefragt, auf welche Traditionen am Heiligabend wert gelegt wird.

Stefanie Lovisi aus Lauchringen

Stephanie Lovisi (45) aus Lauchringen leitet ein unabhängiges Versicherungsbüro und ist Vorsitzende des Werbe- und Förderkreises Lauchringen: „Wir feiern Heiligabend sehr traditionell und zusammen mit unseren Kindern. Gemeinsam besuchen wir den Gottesdienst. Bevor es dann im Kerzenschein zur Bescherung geht, essen wir am Heiligabend Fondue.

Stephanie Lovisi
Stephanie Lovisi | Bild: Stephanie Lovisi

Diese Traditionen habe ich aus meinen Kindheitstagen übernommen. Während die Geschenke überreicht werden, darf das Schwarz-Weiß-Gebäck von meiner Oma nicht fehlen. Das Rezept habe ich von ihr bekommen und bereits an meine Tochter weitergegeben, so dass hoffentlich auch noch in vielen Jahren dieser Brauch in unserer Familie Tradition sein wird.“

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Dirk Haberstock aus Küssaberg

Dirk Haberstock (49) wohnt in Kadelburg. Er ist Produktionsleiter und Vorsitzender des Vereins Natur erleben Küssaberg: „Seit Gründung des Vereins bieten wir traditionell die Tierweihnacht für alle Interessierten im Waldkindergarten an. In diesem Jahr geht das leider nicht, aber wir haben Päckchen mit einer Geschichte für die Kinder gepackt.

Dirk Haberstock
Dirk Haberstock | Bild: Dirk Haberstock

Nüsse und Rüben für die Tiere im Wald waren auch dabei. Die Kinder können während eines Spaziergangs die Geschenke für die Tiere auslegen. Privat feiern wir im Kreise der Familie. Wir gehen in die Kirche, kochen und essen gemeinsam. Oft gibt es als Geschenk ein neues Gesellschaftsspiel, dass während der Feiertage ausgiebig ausprobiert wird.“

Rainer Hack aus Hohentengen

Rainer Hack (57) wohnt in Stetten. Er ist Dirigent des Musikvereins Stetten-Bergöschingen: „Seit mehr als 40 Jahren spiele ich mit unserem Musikverein an Heiligabend in unseren Ortsteilen Weihnachtslieder. Waren es zu Beginn eine Handvoll Zuhörer, so sind es heute mehr als 200, verteilt auf die einzelnen Ortschaften.

Rainer Hack
Rainer Hack | Bild: Rainer Hack

Während dem Musizieren spüre ich, wie Weihnachten bei den Musikern, Zuhörern und mir Einzug hält. Wir können Freunden und Bekannten bei dieser Gelegenheit persönlich frohe Weihnachten wünschen. Ich finde, Menschen friedvoll zusammen zu führen, ist die eigentliche Kernbotschaft von Weihnachten, was uns damit gelingt.“

Andrea Schneider aus Klettgau

Andrea Schneider (52) aus Klettgau ist Pfarrsekretärin der evangelischen Kirchengemeinde Klettgau und Vorsitzende der Frauengemeinschaft Rechberg: „Bei uns gehört traditionell am 24.Dezember um 14 Uhr dazu, das Weihnachtsliederspielen der Dorfmusik Rechberg in der Ortsmitte zu besuchen.

Andrea Schneider
Andrea Schneider | Bild: Andrea Schneider

Wir sind mit unseren Kindern schon von klein auf dorthin gegangen. Jetzt als Erwachsene kommen sie nach Hause und wir gehen gemeinsam zum Konzert. Anschließen gibt es zu Hause Weihnachtskeksle und Linzertorte mit der Familie. Dies ist bei uns der Beginn der festlichen Tage.

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Karl Probst aus Dettighofen

Karl Probst (64) aus Berwangen ist Landwirt und seit 1999 Mitglied des Gemeinderates Dettighofen: „Seit meiner Kindheit hat sich an Weihnachten viel verändert. Eine Tradition ist jedoch immer geblieben: Der Christbaum wird immer einen Tag vor Heiligabend im Wohnzimmer aufgestellt und von allen zusammen geschmückt. Aus einfachen Wachskerzen wurden dann im Laufe der Zeit elektrische Lichter, die jeden Baum zum Leuchten bringen.

Karl Probst
Karl Probst | Bild: Tina Prause

Neben dem Christbaum darf auch die Krippe mit all ihren Figuren nicht fehlen. An Heiligabend versammelt sich die ganze Familie im Wohnzimmer. Natürlich hat sich die Größe der Familie immer ein bisschen geändert – heute bescheren uns die Enkelkinder große Freude. Doch der Christbaum im Wohnzimmer ist geblieben.“

Gabi Henes aus Lottstetten

Gabi Henes, (50), aus Lottstetten ist hauptberuflich Lehrerin. Sie hilft zudem auf dem familieneigenen Obsthof Henes mit, wo auch traditionell Weihnachtsbäume verkauft werden: „Zum Heiligen Abend gehört in unserer Familie traditionell eine kurze Geschichte dazu, die lustig ist, aber auch zum Denken anregt.

Gabi Henes
Gabi Henes | Bild: Gabi Henes

Umrahmt von eigens gesungenen Weihnachtsliedern, liest sie einer unserer Jungs vor. Passend zur Geschichte bekommt jedes Familienmitglied ein kleines Andenken geschenkt. Bevor wir unbedingt Fleischfondue essen, werden die Geschenke ausgepackt. Danach geht‘s rund, denn bei einem Karten- oder Würfelspiel gibt‘s für alle viel zu lachen.“

Horst Weible aus Jestetten

Horst Weible (73) aus Jestetten war früher Rektor der Realschule Jestetten. Heute leitet er ehrenamtlich den Helferkreis für Flüchtlinge und ist Vorsitzender des Organisationsausschusses des Gemeindejubiläums: „Wenn man selbst Kinder oder Enkelkinder hat, möchte man Weihnachten als ganz besonderes Fest der Familie gestalten.

Horst Weible.
Horst Weible. | Bild: Horst Weible

Da ist uns das Backen von Weihnachtsbrötchen, so wie wir es aus unserer Kindheit kennen, wichtig. Auch der Besuch eines Gottesdienstes gehört dazu. Wir versuchen, nicht nur an uns zu denken, sondern auch an Menschen mit deutlich mehr Einschränkungen, als wir sie aktuell erfahren: Leute an der Grenze von Belarus und Polen, in den Flüchtlingslagern der griechischen Inseln oder hungrige Familien in Afghanistan.“