Ein mitunter gefährliches Unterfangen ist die freiwillige Arbeit der Naturschutzgruppe Küssaberg. Zurzeit sind sie wieder unterwegs und mähen verschiedene Magerwiesen. Das ist wichtig, da die Wiesen ansonsten verbuschen würden und schützenswerte Pflanzen keine Chance zum Überleben hätten. Dazu gehört auch das Mähen an sehr steilen Hängen, was immer wieder eine Herausforderung ist.

Die Naturschutzgruppe ist zwar im Besitz eines ferngesteuerten Mähers, aber die Herausforderung bleibt. Dieser Mäher hat eine Schnittbreite von 1,98 Metern, ist also 60 Zentimeter breiter als der alte. Er ist selbstfahrend und wird mit einer Fernbedienung gesteuert. Diese Eigenschaften sind an den zum Teil sehr steilen Hängen innerhalb der Gemeinde Küssaberg von Vorteil – gerade bei den derzeit herrschenden hohen Temperaturen. „Das ist eine wesentliche Erleichterung und macht das Mähen einfacher“, sagt der Vorsitzende Kurt Hug.

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In der vergangenen Woche war der Mäher im vorderen Tal und in der Reute im Gebiet Küssnacht im Einsatz. Wenn dann das Heu trocken ist, wird es den Hang heruntergerecht, was auch nicht immer ganz einfach ist, erläutert Hug. Unten wird es dann gehäufelt und abgefahren. Je nachdem, wie die Qualität des Heus ist, kommt es entweder zum Einstreuen zu den verschiedenen Landwirten oder zur Kompostierung.

Sieben Wochen Einsatz an der Magerwiese

Gemäht und gerecht wird mindestens einmal die Woche. Dies dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden. Die Naturschutzgruppe ist von Anfang Juli bis Ende September mit dem Mähen der Magerwiesen beschäftigt, je nach Wetterlage sind die Mitglieder etwa sieben Wochen gefordert.

Die Naturschutzgruppe kümmert sich in der Gemeinde Küssaberg um die Flora und Fauna. Dafür wenden die Mitglieder viel Zeit und Herzblut auf. Die Tätigkeiten der Naturschutzgruppe sind über das ganze Jahr verteilt.

Ab Ende Februar halten sie die Amphibien auf Trapp. Die Arbeit beginnt mit dem Aufstellern der Froschzäune und mit dem täglichen Einsammeln und Wassern der Amphibien im Feuchtbiotop Kiesgrube. Hier sind die Mitglieder etwa sechs bis sieben Wochen lang tätig.

Ab Ende März blüht die Küchenschelle (Pulsatilla) auf den Magerwiesen in den Gemarkungen Dangstetten und Rheinheim.

Ab Ende April beginnt die Blütezeit der Orchideen. Auf den Magerwiesen, hauptsächlich in den Gemarkungen Bechtersbohl und Küßnach, blühen die verschiedenen Ragwurz-Arten, wie der Hummel-Ragwurz, die Orchideen wie das Helm-Knabenkraut, das Brand-Knabenkraut, die Bocks-Riemenzunge und die Pyramiden-Orchis. Nach der Blütezeit der Orchideen steht das Eindämmen der Neophyten an.

Im Hochsommer beginnen die Mäharbeiten und das Rechen der Magerwiesen – das hält die Mitglieder etwa sechs Wochen auf Trab. Auch die Streuobstwiesen in der Gemarkung Kadelburg werden von der Naturschutzgruppe gepflegt.

Im Herbst werden die vier Feuchtbiotope(Blixen, Ackerbild, Matzental und Kiesgrube) gepflegt und die aufgestellten Nistkästen gereinigt, gegebenenfalls erneuert.

Die Winterarbeit besteht aus dem Entfernen von neu gewachsenem Gebüsch und Gestrüpp auf den Magerwiesen.

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