Heinrich Bährle, der seit der Gründung der Bürgergemeinschaft die Belange von Küssabergs größtem Verein regelte, hat am 9. März zusammen mit seiner Stellvertreterin Sabine Jacobi die Leitung abgegeben. Auslöser dafür waren unter anderem unterschiedliche Auffassungen über planerische Entscheidungen für das Projekt „Wohnen im Alter“. „Die Bürgergemeinschaft und das Projekt Wohnen im Alter sind uns einfach sehr wichtig. Aus diesem Grund haben Frau Dr. Jacobi und ich gemeinsam entschieden, dass es vorerst besser ist, wenn wir uns zurückziehen“, fasste Heinrich Bährle grob zusammen, wie es zu dem nach außen hin überraschenden Schritt kam.

Heinrich Bährle bei der Präsentation des Projektes „Wohnen im Alter“ auf der Einwohnerversammlung 2020 in Küssaberg.
Heinrich Bährle bei der Präsentation des Projektes „Wohnen im Alter“ auf der Einwohnerversammlung 2020 in Küssaberg. | Bild: Tina Prause

Der aktuell wohl bekannteste Bereich ist durch das laufende Großbauprojekt die Abteilung „Wohnen im Alter“ und wird von Hans-Georg Eckert als Bereichsleiter vonseiten des Vereins betreut. Aktuell entsteht unter der Leitung und mit alleiniger Finanzierung der Gemeinde Küssaberg in Kadelburg ein modernes Wohnhaus. Während im ersten Stock seniorengerechte Wohnungen entstehen, die von der Gemeinde Küssaberg vermietet werden, soll im Erdgeschoss eine selbstverwaltende Wohngemeinschaft für betreuungsbedürftige Menschen entstehen. Die Administration dafür wird die Bürgergemeinschaft übernehmen.

„Uns war schon klar, dass diese Aufgabe zunächst eine Herausforderung für die Bürgergemeinschaft bedeuten wird, doch mit Beginn der Pandemie kamen aus unserer Sicht neue, vorher nicht kalkulierbare Punkte hinzu“, informierte Heinrich Bährle rückblickend über die Situation im vergangenen Herbst. Für die unter anderem zu organisierende, nicht ehrenamtliche Pflegebegleitung des Projekts wird nach damaligem Stand eine Vorfinanzierung notwendig, die zum Teil über eine Kreditaufnahme des Vereins laufen sollte. Laut Informationen von Heinrich Bährle ging es um Beträge bis zu etwa 100.000 Euro. „Unser Ziel war es aber, möglichst keine Schulden auf Kosten der Bürgergemeinschaft Küssaberg e. V. zu machen“, erklärt er seinen Standpunkt und den seiner Stellvertreterin.

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Da trotz Gesprächen mit der Bereichsleitung und der Verwaltung keine zufriedenstellende Einigung für alle Seiten erzielt wurde, informierten Bährle und Jacobi am 26. Oktober alle betroffenen Bereiche über den Rücktritt. „Ich wäre damit einfach nicht glücklich geworden und denke, so sind die Belange des Vereins und des Projekts gut aufgehoben“, erklärt er und ist froh über die Nachfolgeregelung. Einstimmig wurde während einer einberufenen Sitzung im März der vorübergehende Vorsitz an Jürgen Mihailowitch übergeben, der bisher die Bereichsleitung „Bürgerfreundlicher Service“ innehatte. Die Position der Stellvertretung hat Liselotte Noth übernommen. Sobald es pandemiebedingt wieder möglich sein wird, soll eine ordentliche Hauptversammlung mit regulären Wahlen für den Vorstand stattfinden.