Es ist ein Versprechen und klingt entschlossen: „Die Distanz zu unseren Herzen kann das Virus nicht erzwingen.“ Mit diesen Worten muntern Vorsitzender Heinrich G. Bährle und seine Stellvertreterin Sabine Jacobi auf der Internetseite der Bürgergemeinschaft, des mit 700 Mitgliedern größte Verein in der Gemeinde, die Küssaberger auf. Auch in der Corona-Krise ist der Verein für die Menschen da. Obwohl viele Aktivitäten im Moment gestrichen sind.

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Durch die Verordnungen und Empfehlungen sind auch der Bürgergemeinschaft die Hände gebunden. Die Angebote und Hilfsdienste sind auf ein Minimum beschränkt. Aber der Verein betont: „Wir sind weiter für Sie da, aber anders.“ Der Bürgerbus fährt nach wie vor.

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Allerdings darf nur immer eine Person mitfahren. Weiter sind die freiwilligen Helfer in der Nachbarschaftshilfe unterwegs. Sie unterstützen Familien, die Hilfe dringend brauchen. Das Bürgerservice-Telefon im Rathaus ist besetzt. Seit Kurzem ist auch das wöchentliche Mittagessen wieder möglich.

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Vereinschef Heinrich G. Bährle denkt positiv: „Wir müssen alle etwas zurück fahren, dann kommen wir durch die Krise.“ Er sehe in jeder Krise eine Chance. Er hoffe auf ein besseres Miteinander, ohne Hektik und ein hohes Maß an selbst auferlegtem Zeitdruck. Er schmunzelt und sagt: „Vom Flugverkehr merkt man nicht mehr viel. Und ich wohne ja direkt beim Zoll, da herrschte in den vergangenen Wochen eine himmlische Stille.“

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In den vergangenen Wochen habe er beobachtet, dass die Menschen nachdenklicher seien, es gehe besinnlicher zu, man nehme sich mehr Zeit. „Weg vom Turboleben“, sagt er. Er wünscht sich, dass die Menschen nach der Krise nicht wieder Vollgas geben. In der Gemeinde herrsche während der Krise ein großer Zusammenhalt. Bährle beschreibt: „Man hilft sich, ruft an. Das funktioniert prima, ohne dass alles organisiert werden muss.“

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Der 69-Jährige hat sich offensichtlich gut arrangiert mit der Situation. „Ich trage die Maske, ich überlege mir zwei Mal, ob es notwendig ist, raus zu gehen. Beim Einkaufen lasse ich meine Frau alleine in den Laden gehen. Natürlich wäscht man sich die Hände öfter, auf dem Trottoir halten alle den nötigen Abstand“, erzählt er von seinen Erfahrungen.

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Ein großes Bauprojekt, dass die Bürgergemeinschaft mitbegleitet, ist das „Wohnen im Alter“. Auch hier nehmen die Beteiligten Rücksicht und Abstand. Bährle: „Wir schauen, dass sich auf dem Bau niemand ansteckt, wir lassen die Handwerker schaffen, damit es keine Verzögerungen gibt.“

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Natürlich mache er sich auch Sorgen. Vor allem um die Menschen, die ihre Arbeit verlieren könnten. Er ist sich sicher: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden wir schon noch eine Weile spüren.“ Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Einschränkungen Stück für Stück wegfallen. Er ist froh, dass der Mittagstisch wieder läuft, die Menschen sich draußen beim Bürgerhaus wieder treffen dürfen. „Man merkt, es geht schon wieder etwas lockerer zu.“

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise treffen sich Senioren wieder zum gemeinsamen Mittagstisch. Bild: Heinrich G. Bährle
Erstmals seit Beginn der Corona-Krise treffen sich Senioren wieder zum gemeinsamen Mittagstisch. Bild: Heinrich G. Bährle | Bild: Heinrich G. Bährle

Der Verein ist auch in der Krise gut organisiert. Der Kernvorstand ist über Telefon, E-Mail und Videokonferenzen ständig in Verbindung. Bährle: „Das funktioniert.“ Finanziell treffe es den Verein weniger. Allerdings müsse der Verein womöglich den geplanten Kauf eines neuen Niederflurbusses verschieben. „Ich kann mir vorstellen, dass der Gemeinde-Haushalt überdacht wird, und wir auf Zuschüsse verzichten müssen. Es ist aber nur eine Vermutung.“

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Verschoben sind die Spargelreise, der Ausflug zur Landesgartenschau und die Hauptversammlung, die März hätte stattfinden sollen. Bährle sieht es gelassen und hofft, dass die Fahrt ins Appenzellerland am 5. September möglich ist. „Das wäre das Zuckerle, das für die Gruppe übrig bleibt.“

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