In der jüngsten Sitzung des Küssaberger Gemeinderats ging es unter anderem um ein geplantes Naturschutzgebiet innerhalb der Gemeinde Küssaberg. Diese Planungen laufen bereits seit 2016. Friederike Tribukait vom Regierungspräsidium, Fachbereich Umwelt, stellte um in der Versammlung die Planung vor. Das Vorhaben stieß bei den Einwohnern auf großes Interesse, so dass alle Stühle im Sitzungssaal besetzt waren.

Friederike Tribukait beschrieb die besondere Schutzwürdigkeit des geplanten Gebietes, die insbesonders seit den 80-er Jahren entstanden sei und Pflanzen und Tiere betreffe. Ein Beispiel sei die Österreichische Ragwurz, eine sehr selten gewordene Pflanze aus der Familie der Orchideen. Allein 62 Arten seltener Pflanzen wachsen im Küssaberger Bereich. Davon seien 16 stark gefährdet. Auch Insekten sind in Küssaberg heimisch, wie die Mörtelbiene und 72 verschiedenen Bienenarten, wovon 18 bereits auf der roten Liste stehen würden.

Aktive Naturschutzgruppe

Gemeinderat Clemens Stoll stellte fest, dass man dies alles den Einwohnern der Gemeinde zu verdanken habe, allen voran der Naturschutzgruppe Küssaberg, die unermüdlich das ganze Jahr für die Natur unterwegs ist und sie pflegt. Auch solle man im Besonderen die Landwirte nicht vergessen. Sie würden ebenfalls ihren Beitrag leisten.“ Dies wurde von Tribukait bestätigt. „Dies trägt auch dazu bei, dass eine langfristige Erhaltung zu einer außergewöhnlichen Artenvielfalt und einem dauerhaften Schutz vor unerwünschter Veränderungen führt. Und die Attraktivität der Ortsteile als Wohn- und Erholungsgebiet erhält beziehungsweise steigert.“

Ausbau regenerativer Energie

Der zweite Teil der Versammlung beschäftigte sich mit dem Ausbau regenerativer Energie für Klimaschutz und für die Versorgungssicherheit. Dies gehört zu einer Planungsoffensive des Landes zugunsten von Windkraft und Photovoltaik. Zu diesem Thema sprach der Verbandsdirektor des Regionalverbandes Hochrhein Bodensee, Sebastian Wilske. Er zeigte die Ziele für den Regionalverband mit den Landkreisen Lörrach, Waldshut und Konstanz und den Stand der dort eingeleiteten Planungsmaßnahmen auf.

Er ging im Besonderen auf die mögliche Flächenaufteilungen zwischen Windkraft und Freiflächenanlagen für Photovoltaik innerhalb der Gemeinde Küssaberg ein. Er zeigte ebenso auf, welche Aufgaben in der Zukunft auf den Gemeinderat zukämen, um Anfragen für Freiflächenanlagen, gleichzeitig parallel dazu die Ausführungen zur Windkraftnutzung zu bearbeiten. Wichtig sei auch in diesem Falle, dass sich die Maßnahmen auch mit dem Naturschutzgebiet vereinbaren lassen.

Platz für 42 Wohneinheiten

Der Gemeinderat befasst sich außerdem mit dem Bebauungsplan Ettikon III. Mit dem Bau des Neubaugebietes soll am südöstlichen Teil des bereits bestehenden Ortsteils in absehbarer Zeit begonnen werden. Das Gebiet weist eine Größe von 2,6 Hektar auf und beinhaltet neben dem Baugebiet selbst auch eine vom Gebiet abgesetzte Fläche entlang der Landstraße, die für die Anlage eines Lärmschutzwalls mit Ausgleichsmaßnahmenfunktion dient. In dem Gebiet könnten rund 42 Wohneinheiten entstehen. Es könnten zum Beispiel Einfamilienhäuser, Doppel,-Reihenhäuser entstehen.