Stefan Kurczynski

Als Vorreiter in der Region haben die drei Hochrheingemeinden Küssaberg, Hohentengen und Klettgau in den vergangenen Monaten mit Unterstützung durch Fachplaner der Firmen RBS Wave aus Ettlingen und Energiedienst den Ist-Zustand und die künftigen Möglichkeiten ihrer Wärmeversorgung ausgelotet. Die Ergebnisse dieser Bestands- und Potenzialanalysen wurden am Donnerstag im Inselpavillon in Küssaberg vorgestellt.

Laut Fachplanerin Dorothea Riecken von RBS Wave seien aktuell mehr als 70 Prozent der Treibhausgasemissionen der drei Gemeinden dem Sektor Wohnen zuzuschreiben. Die Energie für die Wärmenetze stamme zu 84 Prozent aus regenerativen Quellen wie Sonnenenergie, Wasserkraft oder Windkraft. 75 Prozent des Wärmebedarfs werden mit Öl und Gas abgedeckt. Um nun den Anteil fossiler Energieträger an der Wärmeversorgung bis 2040 sukzessive auslaufen zu lassen, böten sich in den drei Gemeinden vor allem Potenziale in der Nutzung von Solar-Energie, Windkraft, oberflächennaher Geothermie (sogenannte Erdwärmenutzung) sowie Umgebungswärme, insbesondere aus dem Wasser des Rheins und vereinzelt sogar aus Abwässern.

Eine wichtige Stellschraube sei die energetische Sanierung von Gebäuden. „Dadurch ließen sich die Treibhausgasemissionen über die Reduktion des Energiebedarfs reduzieren“, so Dorothea Riecken. Hier würde ein Reduktionspotenzial von bis zu 20 Prozent, bezogen auf den gegenwärtigen Energieverbrauch der drei Gemeinden, bestehen.

Mit der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag wurde nun die nächste Phase der kommunalen Wärmeplanung in den drei Gemeinden Küssaberg, Hohentengen und Klettgau eingeleitet, die das Erarbeiten der Ziele und das Festlegen von konkreten Maßnahmen zur Erreichung einer klimaneutralen Klimaversorgung bis zum Jahr 2040 umfasst. Dies soll in den kommenden Monaten in enger Zusammenarbeit mit den drei Gemeinden erfolgen.

Daniel Streich von Energiedienst zeigte sich nach der mehrstündigen, mit Diskussion besetzten Veranstaltung, zufrieden. „Wir freuen uns über das große Engagement in allen drei Gemeinden und die gute Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern. Dank ihnen konnten wir diesen Meilenstein fristgerecht erreichen.“ Hohentengens Bürgermeister Martin Benz stellte fest: „Mit der kommunalen Wärmeplanung gehen wir konkret an das Umsetzen der Energiewende und verzichten dabei auf Nebenkriegsschauplätze.“ Sein Amtskollege Ozan Topcuogullari aus Klettgau urteilte: „Mit den Ergebnissen der kommunalen Wärmeplanung können wir die Einsparpotenziale ermitteln und anstehende Sanierungen sowie zukünftige Entwicklung danach richten.“

Manfred Weber, Bürgermeister von Küssaberg, resümierte: „Eine klimaneutrale Wärmeversorgung ab dem Jahr 2040 ist nur mit weiteren erheblichen Energieeinsparungen im Gebäudebestand erreichbar. Auf private sowie auf öffentliche Hausbesitzer warten damit immense Aufgaben, die nur gemeinsam mit Planern und Handwerkern gelöst werden können.“ Das Resümee des Abends: Dies ist ein Thema, das uns alle angeht.