Zwar nicht einstimmig aber dennoch mit einer deutlichen Mehrheit stimmte der Gemeinderat während der öffentlichen Sitzung am Montag für eine Erhöhung der Hundesteuer. Ab dem 1. Januar werden Hundebesitzer anstatt wie bisher 80 Euro 100 Euro zahlen müssen. Ein Zweithund kostet zukünftig 200 Euro anstatt 180 Euro. Nach aktuellem Stand sind in Küssaberg 265 Hundehalter hiervon betroffen. Die letzte Erhöhung fand 2003 statt.

Die Hundesteuer ist eine kommunale Pflichtsteuer. Zwar ist der finale Steuersatz den Gemeinden überlassen, dennoch sollte er einem „Pflichtsteuercharakter“ entsprechen. Also weder zu niedrig noch zu hoch sein. Für die Gemeinde Küssaberg bedeutet die Anhebung des Steuersatzes grob überschlagen Mehreinnahmen von circa 6000 Euro. Dem entgegen stehen gut 50 Robidogs entlang der Straßen und Wanderwege, die pro Jahr mit deutlich über 100.000 Hundekotbeuteln befüllt werden. Das allein verursacht schon gut 3000 Euro Kosten. Auch das regelmäßige Leeren der Robidogs durch die Mitarbeiter des Bauhofes ist mit Kosten für die Gemeinde verbunden. „Da wird ein großer Aufwand betrieben“, äußerte sich Gremiumsmitglied Liselotte Noth (CDU), die dem Vorschlag der Verwaltung folgen konnte.

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Warum nur Hunde besteuert würden, jedoch beispielsweise nicht Pferde, wurde von Mitgliedern des Gemeinderates gefragt. „Pferde schaden den Feldwegen deutlich mehr als Hunde“, argumentierte Dieter Tritschler (CDU). Ein Großteil der in Küssaberg stehenden Tiere seien zudem nicht Eigentum von einheimischen Bürgerinnen und Bürgern, sondern werden maximal von ihnen betreut. Hier wies Bürgermeister Manfred Weber darauf hin, dass eine solche Besteuerung nach der aktuellen Gesetzeslage nicht zulässig sei. „Das haben schon andere Gemeinden versucht und sind daran gescheitert“, empfahl er, das Thema momentan nicht weiter zu verfolgen.

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„Für viele Senioren ist der Hund oft die einzige Bezugsperson“, sprach Irene Faller (Bündnis 90/Die Grünen) ein zu bedenkendes Thema an und sah die Erhöhung kritisch. Dem schlossen sich auch Jürgen Fesser und Susanne Böger (beide Bündnis 90/Die Grünen) an und sprachen sich für eine Erhöhung auf maximal 90 Euro für den Ersthund aus. Weiter schlug Susanne Böger vor, in diesem Zusammenhang eine Ausgabe von Hundekotbeuteln ähnlich wie der des gelben Sackes zu ermöglichen. „Die Robidogs sind oft leer“, merkte sie an. Zudem empfahl sie, hier eine nachhaltigere Möglichkeit als die auf Erdöl basierenden Standardbeutel in Betracht zu ziehen. Dem schloss sich auch Armin Vetter (CDU) an, der die Erhöhung prinzipiell moderat sah. „Der Wunsch nach Bio-Kunststoff hängt mir auch am Herz“, schloss er. Final stimmte der Gemeinderat mit sechs Gegenstimmen für die Erhöhung.