Eine Besonderheit gab es am Wochenende auf der Küssaberg zu erleben: Von 13 bis 17 Uhr wurde immer zur vollen Stunde die Funktionsfähigkeit der Zugbrücke gezeigt.

Da Besucher bei den Führungen immer wieder nachfragten, ob die Zugbrücke auch funktioniert, haben sich die Führer und der Küssaburgbund dazu entschlossen, einen Zugbrücken-Nachmittag anzubieten.

Zu jeder vollen Stunde gab es Zuschauer-Führungen. Ein Teil befand sich innerhalb der Burg, die anderen draußen. Die Zugbrücke wurde ...
Zu jeder vollen Stunde gab es Zuschauer-Führungen. Ein Teil befand sich innerhalb der Burg, die anderen draußen. Die Zugbrücke wurde bewegt und danach wurden die Plätze getauscht. | Bild: Stefan Kurczynski

Auf der Küssaburg gab es die erste Zugbrücke 1529. Dies wird vermutet, weil damals die Burg erweitert wurde. Dies alles und noch viel mehr, berichtete die Vorsitzende des Küssaburgbundes, Brigitte Rossa, den zahlreichen Besuchern. Sie alle wollten sehen, wie die Zugbrücke nun genau funktionierte.

Brigitte Rossa gab Einblick in die Geschichte der Burg und die Zugbrücke. Weitere Mitglieder des Küssabergbunds zeigten, wie die Zugbrücke bedient wurde.

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Bei der Zugbrücke auf der Küssaburg handelt es sich laut Brigitte Rossa um eine Schwungrutenbrücke, die den Namen von den sogenannten Schwungruten erhielt, die eine leichtere Bedienung der Zugbrücke ermöglichten. Diese Konstruktion nutzt die Hebelwirkung aus und wird hochgezogen, indem das hintere Ende der Schwungrute nach unten bewegt wird.

Als auf der Küssaburg Anfang der 1980er Jahre die erste Zugbrücke seit dem Mittelalter rekonstruiert werden sollte, stellte man fest, dass dies ein gar nicht so einfaches Unterfangen war. Fachleute, wie Zimmermeister J. Morath aus Lauchringen, Mitglieder des Küssaburgbundes, Geschichtskundige und einige Architekten, standen vor einer sehr schwierigen Aufgabe.

Beinahe zwei Jahre brauchte es dann auch, bis die neue voll funktionsfähige Zugbrücke eingeweiht werden konnte. 2017 hat das Unternehmen Holzbau Tritschler aus Kadelburg diese Brücke zur Burg komplett erneuert. Als Vorlage dienten die alten Bretter und Balken der Brücke von 1981. Die Zugbrücke ist zwar nicht besonders groß, hat aber mit zweieinhalb Tonnen ein stattliches Gewicht.

Sicherheit war oberstes Gebot. Eine Absperrung verhinderte, dass die Besucher bei gezogener Zugbrücke dem Graben zu nahe kamen.
Sicherheit war oberstes Gebot. Eine Absperrung verhinderte, dass die Besucher bei gezogener Zugbrücke dem Graben zu nahe kamen.

Bewacht wurde die Zugbrücke an diesem Tag von einer Abordnung des Freien Söldnerhaufens 1525 aus Ühlingen Birkendorf, unter der Leitung von Roland Brüderle. Er hat den Besuchern der Burg bereits 2019 die historischen Waffen, historischen Folterinstrumente, Rüstungen und Kleidung gezeigt.