Die erste Einwohnersammlung seit Ausbruch der Corona-Pandemie fand am Montag im Inselpavillon in Rheinheim statt. Etwas über zwei Jahre ist es her, dass die Gemeinde Küssaberg zur eigentlich jährlich stattfindenden Veranstaltung einladen konnte. Trotz hochsommerlicher Temperaturen nutzen viele Interessierte die Möglichkeit zu hören, was sich in den vergangenen Jahren und Monaten in ihrer Heimat getan hat und was für die Zukunft geplant ist.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen folgten viele Bürger der Einladung der Gemeinde zur Einwohnerversammlung.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen folgten viele Bürger der Einladung der Gemeinde zur Einwohnerversammlung. | Bild: Tina Prause

Corona-Pandemie

Maskenpflicht, geschlossene Einzelhandelsgeschäfte, Schulen und Kindergärten, sowie der geschlossene Grenzübergang in Rheinheim seien alles „Bilder, an die wir uns nicht gewöhnen konnten und wollten“, fasste Bürgermeister Manfred Weber die Corona-Pandemie zusammen.

Wahlen

An die drei Wahlen erinnerte Bürgermeister Manfred Weber mit den Worten „Eine Demokratie muss auch und umso mehr in ganz besonderen Zeiten funktionieren“. Neben der Bürgermeisterwahl, bei der Manfred Weber am 14. März 2021 mit mehr als 70 Prozent in seinem Amt bestätigt wurde, fanden auch die Landtags- und Bundestagswahlen statt.

„Zum Thema Wahlrecht gehört auch, dass der Gemeinderat unsere Hauptsatzung geändert hat“, leitete Manfred Weber zu einer Neuerung in Küssaberg über. Die bisher angewendete unechte Teilortswahl wurde abgeschafft. Zukünftig wählen Bürger die 18 Mitglieder des Gremiums, unabhängig davon, aus welchen Ortsteilen sie kommen. Es zählen lediglich die erreichten Stimmzahlen.

Ungewollte und gewollte Baumaßnahmen

Mit den Starkregenereignissen im Juni 2021 kamen auf die Gemeinde neue Herausforderungen zu, die auch hohe, nicht kalkulierte Kosten beinhalten. Viele Reparaturen an gemeindeeigenen Straßen und Gebäuden sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Voraussichtlich noch im Juni wird der Gemeinderat sich mit dem nächsten wichtigen Schritt, einem Starkregenrisikomanagement, befassen.

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Freuen durften sich einige Bürger, die aufgrund ihrer Bewerbung einen Bauplatz im fertig erschlossenen Neubaugebiet „Wüstreben“ in Dangstetten erhalten haben. Aktuell in Planung ist das sogenannte Baugebiet „Ettikon III“. Momentan geht die Gemeinde davon aus, dass die Erschließung in den Jahren 2023 und 2024 erfolgen kann. Auch das gegenüberliegende Gewerbegebiet „Greut“ soll sich moderat um circa zwei Hektar entwickeln. In diesem Zusammenhang ist eine Optimierung der Verkehrssituation geplant.

Kurz vor Vollendung steht die Sanierung des neuen Vereinshauses in Kadelburg, in der zukünftig fünf Vereine und eine Krippengruppe Platz finden werden. Trotz nicht einfacher Umstände bezüglich langer Lieferfristen bei Baumaterialien und voller Auftragsbücher der benötigten Handwerker, hofft die Gemeinde auf eine Fertigstellung im Herbst.

Gleichermaßen erinnerte der Bürgermeister an das Landessanierungsprogramm, die Sanierung der Gemeinschaftsschule in Rheinheim und Projekte wie die neue Mitte Kadelburg. Mitenand däheim, das größte Hochbauprojekt der Gemeinde, wurde fertiggestellt und die neu entstandenen Wohnungen wurden bezogen. Nun soll in den kommenden Wochen die geplante Wohngemeinschaft mit Leben gefüllt werden.

Besondere Momente

Für seine außergewöhnlichen Leistungen, nicht nur mit der Entstehung, dem Bau und der Entwicklung des Konzepts Mitenand däheim wurde Hans Eckert, bisheriger Sprecher der Arbeitsgruppe, geehrt. „Nie hast du dich in den Mittelpunkt gestellt, dir ging es stets um die Sache“, lobte der Bürgermeister und überreichte das traditionell für besondere Auszeichnungen vorgesehene Kunstschmiedewappen der Gemeinde.

Manfred Weber, Hans Eckert und Jürgen Mihailowitsch
Manfred Weber, Hans Eckert und Jürgen Mihailowitsch | Bild: Tina Prause

Ebenfalls geehrt wurde das Planungsteam für die neue Dorfmitte Reckingen. Stellvertretend für alle Beteiligten erhielten Gustav Gersbach, Peter Graf, Norbert Zeilfelder und Julius Buschauer eine Ehrenurkunde und einen Gutschein für ein gemeinsames Essen.

Geehhrt von Bürgermeister Manfred Weber für ihr ehrenamtliches Engagement für den neuen Dorfplatz in Reckingen wurden Julius Buschauer, ...
Geehhrt von Bürgermeister Manfred Weber für ihr ehrenamtliches Engagement für den neuen Dorfplatz in Reckingen wurden Julius Buschauer, Norbert Zeilfelder, Peter Graf und Gustav Gersbach (von links). | Bild: Tina Prause

Dass die Küssaberger Bürger auch einen Blick für die Nöte anderer haben, zeigten die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten für Menschen in Not. Hier zu erwähnen seien Spenden- und Hilfsaktionen wie die von Dr. Aziz Hamdani für Menschen in Afghanistan, Jürgen Tritschler für das Ahrtal, dem SV Rheintal für eine frühe Spendenaktion für die Ukraine oder die evangelische Kirchengemeinde Kadelburg mit einem täglichen Sprachangebot für die mittlerweile 56 ukrainischen Geflüchteten, sowie die von Bürgern zur Verfügung gestellten Wohnräume für die Geflüchteten.

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