Bei hohen Temperaturen ist am Wochenende der neu gestaltete Dorfplatz in Reckingen mit einem Dorffest zum zweiten Mal eingeweiht worden. Obwohl im September 2021 bereits offiziell eingeweiht, fand jetzt das schon traditionelle Dorffest auf dem neugestalteten Gelände statt. Und Gäste kamen reichlich.

Sie heizten am Nachmittag so richtig ein: die Original Kadelburger.
Sie heizten am Nachmittag so richtig ein: die Original Kadelburger. | Bild: Stefan Kurczynski

Nicht nur aus Küssaberg, auch aus der Schweiz kamen Gäste, einige davon mit dem eigenen Traktor. Selbst eine Abordnung des Theatervereins Zeitschleuse aus Riedern am Wald war mit dabei. Ursprünglich sollte der Platz am 6. Juni 2021 eingeweiht werden, aber die Corona-Pandemie ließ das nicht zu. Voller Respekt muss man aber der Arbeitsgruppe zugestehen, dass hier ein wunderbares Kleinod entstanden ist.

Strahlende Kinderaugen beim Eisempfang. Die Erwachsenen bekamen zur Begrüßung einen Most.
Strahlende Kinderaugen beim Eisempfang. Die Erwachsenen bekamen zur Begrüßung einen Most. | Bild: Stefan Kurczynski

Eine überdachte Sitzgelegenheit, ein barrierefreier Zugang sowie die Umarbeitung der Sitzbänke, die neue Bienenwiese und eine Sitzgruppe laden zum Verweilen ein. Auch an eine bessere Logistik für die jährlichen Dorffeste und kulturellen Anlässe wurde gedacht. So wurden bei der Dorfplatzerweiterung auch zusätzliche Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse eingeplant. Damit lassen sich Toilettenwagen sowie Bierstände und Festbuden einfacher mit der notwendigen Infrastruktur im Dorfzentrum versorgen. Alles in allem eine gelungene Sache. Und das wurde auch zünftig gefeiert.

Alle wollten in den Schatten, im Hintergrund der Rheinheimer Musikverein mit seinem Dirigenten Ralf Hoffarth.
Alle wollten in den Schatten, im Hintergrund der Rheinheimer Musikverein mit seinem Dirigenten Ralf Hoffarth. | Bild: Stefan Kurczynski

Das Frühschoppenkonzert ab 11 Uhr gestaltete der Musikverein Rheinheim und am Nachmittag waren dann die Original Kadelburger mit musikalischer Unterhaltung an der Reihe. Mit mitreißenden Rhythmen heizten sie den bereits schwitzenden Besuchern richtig ein. Für jeden erwachsenen Besucher wurde ein Glas Most zur Begrüßung angeboten, die Kleinen bekamen ein Eis, was bei dem sommerlichen Wetter überaus willkommen war. Die Kinder vergnügten sich auch auf der Fahrt mit dem Dorfzügle und auf der eigens für diese Einweihung des Dorfplatzes besorgte Hüpfburg. Ein Höhepunkt war am Nachmittag die Showeinlage des Zirkus‘ Zebrasco und die der Aerobic-Girls des Turnvereins Reckingen.

Das Dorfzügle wurde auch gerne in Anspruch genommen.
Das Dorfzügle wurde auch gerne in Anspruch genommen. | Bild: Stefan Kurczynski

Neben vielen Leckereien gab es einen bayrischen Frühschoppen mit Weizenbier, Weißwurst und Brezel sowie die allseits beliebten Reckinger Kartoffelwaffeln. Es wurden auch Kaffee und Kuchen, ein Farmerbraten sowie Grillwürste angeboten. Es war für viele verschiedene Geschmäcker etwas dabei. Die Besucher konnten auch die neuen Garnituren bewundern und nutzen. Bürgermeister Manfred Weber ldankte in seiner Begrüßungsrede allen an der Gestaltung des neuen Dorfplatzes Beteiligten. „Reckingen kann stolz auf den neuen Platz sein“, fasste Bürgermeister Manfred Weber das Engagement zusammen.

Der neue Teil des Dorfplatzes, im Hintergrund die Weizenbiertheke, bevor es los ging. Rechts der Pavillon zum Schnörre.
Der neue Teil des Dorfplatzes, im Hintergrund die Weizenbiertheke, bevor es los ging. Rechts der Pavillon zum Schnörre. | Bild: Stefan Kurczynski

Die Baugeschichte in Gedichtform

Die Geschichte der Arbeiten für den neuen Dorfplatz hat der Vorsitzende des Narrenvereins Reckingen, Edwin Rogg, in Form eines Gedichtes festgehalten. Hier ein Ausschnitt.

Drei Jahre sind mittlerweile vergangen, in denen wir hier nicht zusammen kamen.

Untätig war Reckingen in der Zeit nicht, und gab dem Dorfplatz ein neues Gesicht.

Mit Manneskraft und Maschinenpower schnitt man Stücke aus der alten Mauer,

ein starkes Fundament wurde angelegt, auf dem die moderne Sitztreppe steht.

Anschlüsse für den Bierstand installiert, eine schöne Pergola daneben montiert.

In den Bänken unterm Schatten, thront stolz unser Reckinger Wappen.

Seither läutet die Kapellenuhr, nicht zum Gottesdienst nur.

Jeder Schlag lädt zur Geselligkeit ein, an diesem Ort zu sein.

Verdanken können wir es den fleißigen Händen, ohne die wir den Platz nicht so vorfänden.

Viel Leistung wurde ehrenamtlich erbracht, an der Stelle ist ein Applaus angebracht.

Den meisten Gästen ist bestimmt auch aufgefallen, die Tische nicht wie in den letzten Jahren ausschauen.

Im edlen grau die Garnituren hier erstrahlen, ich erklär‘s, wie es kam, sie so anzumalen.

Die Küssaberger Vereine haben mitbekommen, Fest-Equipment immer schwerer ist zu bekommen.

Als Vereinsgemeinschaft hat man entgegengewirkt und zusammen alte Bänke ganz neu frisiert.

Sie wurden ausgebeint, Reißzwecken gezogen, geschliffen von unten und von oben.

Mit Meisterhand neuer Lack aufgetragen, Geselligkeit gab es an vielen, vielen Tagen.

Unter Zeitdruck, aber pünktlich vor diesem Tag, die Helfer wissen, es machte Spaß und war auch hart,

wurden alle Bänke fachmännisch montiert, eine Aktion, von der man gemeinsam profitiert.

Viele von euch Gästen haben dabei mitgewirkt, für mich passt es, wenn ihr euch jetzt auch applaudiert.

Zum Schluss muss ich euch noch eines sagen, unglaublich, wie viel Fachwissen wir in Küssaberg haben.

Für jedes Problem haben wir einen Experten, der es löst, es dauert lang, bis man an die Grenzen stößt.

Denkbar wäre es und das ist nicht übertrieben, gemeinsam können wir auch zum Mond fliegen.