Alle, die ihn kannten, trauern mit Familie Stoll um Pater Hugo Stoll. Als ältestes von sieben Kindern kam Hugo Stoll am 22. August 1935 in Waldshut zur Welt. Er wuchs auf dem Bauernhof seiner Eltern Anna und Friedrich Stoll in Kadelburg auf und besuchte das Kolleg St. Blasien, in dem die Jesuiten bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterließen. Nach den Abiturexerzitien bei Pater Oskar Simmel SJ entschied er sich für das Leben in der Gesellschaft Jesu (SJ).

Der Werdegang

Am 26. April 1955 trat er ins Noviziat in Neuhausen ein. Schon während des Krankenhausexperiments im Noviziat erlebte er, wie sterbende Menschen sich ihm ganz öffnen konnten. „Da ist in mir die Liebe zur Seelsorge gewachsen“, sagte er. Nach dem Juniorat in Tiss/Feldkirch und dem Studium der Philosophie in Pullach musste er an der Lunge operiert werden und war anschließend Präfekt in St. Blasien. Nach dem Studium der Theologie in Innsbruck wurde er am 31. Juli 1966 zum Priester geweiht. Seine erste Primiz feierte er damals in Kadelburg. Die Pfarrei und die Gemeinde bereiteten ihm einen grandiosen Empfang.

Jugendseelsorge

Sein Traum jedoch, in die Mission nach Indonesien zu gehen, wurde durch die Lungenoperation zunichte gemacht. So wurde er zunächst Sozius des Novizen Meisters und ist dann in der Jugendseelsorge (KSJ) und bis 1981 in der Hochschulgemeinde in Karlsruhe tätig gewesen. Ein „immer neues Experiment“ nannte er die Seelsorge in der Hochschulgemeinde , in der es ihm darum ging, eine lebendige Erfahrung von Kirche zu vermitteln.

Bildungsarbeit

1981 wurde die Bildungsarbeit seine Hauptaufgabe. Zunächst für kirchliche Hilfswerke in Brüssel, dann arbeite er für das Wirtschaftsministerium in Stuttgart. Ab 1985 wirkte er als Bildungsreferent in Heiligkreuztal und ab Mai 1988 leitete er als Direktor das Caritas-Pirckheimer-Haus, eine katholische Akademie in Nürnberg. Die Arbeit dort bereitet ihm viel Freude, konnte er sich doch nicht nur an „brave Kirchgänger“, sondern auch an die wenden, „die am Rande stehen und Fragen haben“.

Gesundheitliche Probleme

Aus gesundheitlichen Gründen musste er diese Aufgabe 1998 jedoch beenden. Nach einer Erholungszeit in einem Kloster wechselte er in die Seniorenseelsorge nach Stuttgart und ab 2004 arbeitete er bis 2017 in der Alten- und Krankenseelsorge in Mannheim. Pater Stoll war sein Leben lang Seelsorger. Die letzten Jahre musste er zunehmend gesundheitliche Einschränkungen erfahren, vor allem litt er auch noch an einer schweren Netzhauterkrankung und damit verbundener Erblindung.

Das Lebensende

In der Seniorenkommunität im Alten- und Pflegeheim St. Katharina Laboure in Unterhaching verbrachte er die letzten vier Jahre, wo er immer schwächer wurde und palliativ versorgt werden musste. Im 85. Lebensjahr und 66. Ordensjahr starb er am 10. April und wurde von seinen Geschwistern und den Ordensbrüdern auf dem Ordensfriedhof in Pullach beigesetzt. Altbürgermeister Stoll sagte: „Die ganze Familie und die Freunde in Küssaberg trauern.“