Schon seit 2013 veranstaltet die Naturschutzgruppe Küssaberg unter der Regie von Irene Schnarz die Hochstammaktion. Das positive Echo hat den Verein ermuntert, diese Baumaktion weiterzuführen. In Minutenabständen kamen Bürger am vergangenen Wochenende auf den Bauhof der Gemeinde und holten ihre bestellten Bäume ab.

Was auf dem Anhänger und auf der Wiese Platz hatte, wurde gekauft und abtransportiert.
Was auf dem Anhänger und auf der Wiese Platz hatte, wurde gekauft und abtransportiert. | Bild: Stefan Kurczynski

So auch Tobias Mathis aus Dangstetten. Er ist begeistert von dieser Aktion. „Wir haben im Kratten eine alte Obstbaumanlage, die forsten wir grade auf. Wir sind schon im dritten Jahr dabei, und jedes Mal holen wir vier bis fünf junge Bäume.“ Aus Küssnach, vom Rohrhof, kam Svetlana Randebrock. Sie nahm ebenfalls vier Hochstammbäumchen mit. Ihr Urteil: „Diese Aktion ist großartig, ich bin auch schon das zweite Mal hier und kaufe diese Bäume.“

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Der Naturschutzgruppe geht es darum, die Lebensräume auch für bedrohte Vogelarten zu erhalten und dem kontinuierlichen Rückgang an Hochstammbäumen entgegen zu wirken. Finanziert wurde diese Aktion wieder durch die Gemeinde Küssaberg sowie der Firma Ebner Fruchtsäfte GmbH Klettgau.

Die Gebühr pro Baum inklusive Pflanzpfahl beträgt zehn Euro. Es standen für dieses Projekt knapp 100 Hochstammbäume zur Verfügung. Diese Bäume werden ausschließlich in der Gemarkung Küssaberg gepflanzt.

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Den Reiz der Aktion macht nach Auskunft der Beteiligten auch die Vielfalt der Sorten. Teilweise konnten auch alte Sorten abgegeben werden, die es im Handel eigentlich nicht mehr zu kaufen gibt; etwa der Gravensteiner, der wegen seiner schlechten Lagerfähigkeit kaum noch verkauft wird, aber dennoch zu den besten Äpfel zählt. Irene Schnarz dazu: „Nach meinen Informationen bekommen viele Menschen bei den meist neu gezüchteten Apfelsorten Allergien, wir haben jedoch noch viele der alten Sorten, die meines Wissen nach, keine Allergien auslösen.“

Die Naturschutzgruppe ist 1981 gegründet worden und hat mittlerweile über 100 Mitglieder, 60 davon sind aktiv dabei. Sie betreuen unter anderem die Feuchtbiotope Blixen, Widibach, Matzental und Kiesgrube, außerdem viele Streuobstwiesen. Kontakt per E-Mail (info@nsg-kuessaberg.de).