Vor 15 Jahren machte Rainer Grübner mit seiner Frau Urlaub in Schweden. Auf der Heimreise entdeckten sie Hinweisschilder, deren Bedeutung sie nicht verstanden. Die Neugierde siegte und so kamen sie nach Tanum, einer Gemeinde mit zahlreichen bronzezeitlichen Felsritzungen. Fasziniert von diesen Funden beschloss Grübner in den folgenden Jahren selbst aktiv bei der Dokumentation der Funde mitzuhelfen.

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Jürgen Barabas, Vorsitzender des Museumsvereins Küssaberg, in seiner Begrüßungsrede: „Ich freue mich ganz besonders über diese Ausstellung, weil in diesen Werken Archäologie und Kunst miteinander verschmelzen. Das ist ideal für ein Museum. Unsere Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche: Frottagen, die Bilder in Stein und Radierungen, die Bilder des Nordens. Die Bilder in Stein erlauben uns einen Blick in die Bronzezeit und somit circa 4000 Jahre zurück und geben uns Aufschluss über das religiöse und soziale Leben dieser Zeit. Aber sie sind keine Schrift, die entziffert werden kann, allenfalls gedeutet oder aus unserer Sicht interpretiert.“ Felsbilder findet man auf allen bewohnten Kontinenten. Alleine in Schweden in der Umgebung von Tanum, wo Grübner alljährlich für eine Museum aktiv ist, sind es über 10.000. 1994 wurden sechs ausgesuchte Fundstellen zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

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Die größte Ansammlung von Felsritzungen weltweit befindet sich in Norditalien, im Val Camonica, einem Tal nördlich des Gardasees. Alleine in dieser Region sind nach Schätzungen circa 300.000 Felsritzungen zu finden, 140.000 davon sind registriert, 200.000 kartiert. Sie wurden 1979 als ersten Objekt in ganz Italien von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. Die Ausstellung ist bis 15. November geöffnet, jeweils sonntags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gelten die gängigen Corona-Regeln.

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Zur Person: Rainer Grübner aus Dietlingen hat in Konstanz Architektur studiert und arbeitet in Weilheim als freier Architekt. Neben der Arbeit besuchte er Kurse für Aquarellmalerei und Drucktechnik an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Zürich. Er nahm an Kunstprojekten in Ägypten, Südfrankreich und Schweden teil und ist Mitglied der Scandinavian Society of Prehistorc Art.

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