Frau Asprion, warum hat sich der TV Kadelburg entschieden, vom gängigen Konzept der Kinderkurse wegzugehen und die Kindersportschule zu eröffnen?

Allein der Mangel an Übungsleitern war nicht der Grund. Hannah Scheuble ist eine diplomierte Sportlehrerin. Sie hat uns das Konzept vorgestellt und wir haben einfach die Chance genutzt, einen professionellen Sportunterricht für die Kinder anbieten zu können.

Mainell Asprion ist Vorsitzende des Turnvereins Kadelburg.
Mainell Asprion ist Vorsitzende des Turnvereins Kadelburg. | Bild: privat/Sarah Höhl

Was ändert sich durch das neue Konzept für die Kinder?

Positiv ist auf jeden Fall, dass wir uns an einen vorgegebenen Lehrplan halten müssen. Es ist nicht auf eine Sportart fixiert. Die Kinder können überall mal reinschnuppern. Ab der fünften Klasse können sie sich spezialisieren. Leider ist aktuell ab der fünften Klasse noch nicht die Basis da, wie es gewünscht ist. Die Möglichkeit zur Spezialisierung fehlt noch.

Preislich ist es ja ein deutlicher Unterschied zum bisherigen Jahresbeitrag.

Das ist ein Riesensprung, das ist uns klar, aber es ist jetzt auch eine andere Qualität. Wobei ich die Qualität und die Leistung der jetzigen Übungsleiter kein bisschen schmälern möchte. Wir werden von KISS regelmäßig geprüft. Das hat dann mehr Hand und Fuß. Finanziell geht es jetzt einfach nicht mehr anders. Es gibt vom Land das Bildungsgeld, das beantragt werden kann, und wir möchten Sponsoren finden für einen Topf, aus dem wir sozial schwache Familien unterstützen können. Das Ziel ist, dass es sich jeder leisten kann.

Wieviele Übungsleiter würden Sie benötigen, um das Angebot wie bisher weiterlaufen zu lassen?

Es geht um fünf Gruppen. Normalerweise brauchen wir, bis auf die Mutter-Kind-Gruppe, zwei Übungsleiter pro Einheit. Es wären also neun Übungsleiter nötig für den normalen Turnbetrieb. Mittlerweile sind es vier Übungsleiter, die zu den Sommerferien aufhören in dem Altersspektrum. Wir haben jetzt also noch zwei Übungsleiter.

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Wäre es nicht eine einfachere Lösung gewesen, mit den anderen Küssaberger Turnvereinen zu kooperieren?

Das hat sich jetzt mit dem TV Rheinheim ergeben. Sie schließen sich der Sportschule an. Vorschulturnen hat dort gar nicht mehr stattgefunden. Es ist immer wünschenswert, wenn man im Ort etwas anbieten kann. Deshalb werden zukünftig in der Rheinheimer Halle über KISS Übungsstunden angeboten.

Wie ist die bisherige Resonanz auf das neue Konzept? Wie ist die Reaktion der Eltern ausgefallen?

Bis jetzt sind es 45 Anmeldungen. Das ist verteilt auf alle fünf Gruppen. Wir sind überrascht, wie viele es schon jetzt sind.

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Wie ist die Sportschule organisiert?

Vorgegeben sind 15 Kinder pro Gruppe. Wir nehmen 17 Kinder pro Gruppe auf, denn erfahrungsgemäß fehlen immer mal mindestens zwei Kinder. Wir werden mit Helfern arbeiten, nicht nur qualifizierten Übungsleitern. Der Plan ist momentan so, dass Hannah Scheuble in jeder Stunde anwesend ist, weil wir noch keine lizenzierten Übungsleiter haben. Es sind immer zwei Jahrgänge zusammengefasst, Mädchen und Jungen gemischt. Trainiert wird einmal pro Woche.

Muss ich mein Kind, das bisher einen Kurs besucht hat und im Verein Mitglied war, abmelden, wenn ich das KISS-Angebot nicht nutzen möchte?

Die, die nicht dabei sein möchten, müssten kündigen. Für die Sportschule bieten wir bis Februar monatliche Kündigungsfristen an. Danach gibt es die Möglichkeit, zweimal im Jahr, jeweils zum Ende des Schul-Halbjahres, zu kündigen.

Der Spaß am Sport stand schon immer im Vordergrund und das soll auch genauso bleiben.
Der Spaß am Sport stand schon immer im Vordergrund und das soll auch genauso bleiben. | Bild: Tina Prause