Seit dieser Woche kann das von der Kadelburgerin Silvia Carmen Baumgartner (77) geschriebene Buch „Die ausgeklammerten Jahre“ in den regionalen Buchhandlungen auf Nachfrage bestellt werden. In ihrem Werk beschreibt die Autorin, wie Kadelburg das Jahr 1933 und somit den Beginn des dritten Reiches erlebt hat. „Eine Gegend, die völlig am Rande lag – das hat mich interessiert“, erklärt Silvia Carmen Baumgartner zu ihrer Motivation für eine jahrelange Recherche.

Die mittlerweile pensionierte Lehrerin hat während ihrer Tätigkeit an der Realschule Tiengen immer wieder mit ihren Schülern das Thema des Dritten Reiches so regional wie möglich erarbeitet. Dabei hat sie immer wieder festgestellt, dass die Erzählungen und Aufzeichnungen oft lückenhaft waren. Teile der damaligen Geschichte wurden „ausgeklammert“.

„Da ist damals die Idee für das Buch entstanden“, erinnert Silvia Carmen Baumgartner heute. Fragen wie beispielsweise „Wie wurden die Menschen in Kadelburg über den Krieg informiert?“ oder „wie hat sich das Dritte Reich hier angefühlt?“ wollte Silvia Carmen Baumgartner beantworten können. Die besondere Lage direkt am Rhein interessierte die Autorin.

Dabei entdeckte sie auch die eine oder andere Parallele zur heutigen Zeit. Ähnlich wie heute, waren 1933 viele Küssaberger als Grenzgänger in der Schweiz tätig oder nutzten die dortigen Einkaufsmöglichkeiten. Mit Beginn der Kriegsjahre wurden diese Möglichkeiten immer mehr eingeschränkt, bis dann rund um 1935 vorerst ganz Schluss war.

Besonders hilfreich bei der aufwendigen Recherche war das Archiv des „Albboten“, in dem sie viele Stunden verbrachte. „Ich war so etwas wie ein unabänderliches Möbel“, vergleicht sie sich lachend und ist noch heute dankbar, für die gute Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Archivar. Weitere Informationen fand die Autorin im Gemeindearchiv und in privaten Fotoalben, die ihr zur Verfügung gestellt wurden. Für die schon immer geschichtlich interessierte Autorin soll mit diesem Buch noch nicht Schluss sein. „Es soll noch Fortsetzungen geben bis 1945“, sagt Silvia Carmen Baumgartner.