Einmal im Jahr befasst sich der Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung mit den Jagdabschussplänen für das ursprünglich aus Ostasien stammende Sikawild für das folgende Jagdjahr.

Im Landkreis Waldshut-Tiengen sind die Tiere hauptsächlich im Bereich Klettgau und Küssaberg zu finden. Das meist im Rudel lebende Sikawild ist bekannt dafür, die Rinde der Bäume, bevorzugt Esche und Buche, abzufressen. Aber auch Knospen junger Pflanzen stehen auf dem Speiseplan der Tiere. Das hat vor rund 30 Jahren für massive Schäden in Küssabergs Wald gesorgt.

„Wenn das mal zehn Bäume sind, wäre es nicht so schlimm“, sagte der örtliche Revierleiter Berthold Schmid. „Aber auf fünf Jahre gerechnet ist das eine große Fläche“, erläuterte er weiter. So kam auch schon mal eine Fläche von bis zu einem halben Hektar mit geschädigten Bäumen zusammen.

Aufgrund von konstanten Jagdabschussplänen hat sich die Situation in den letzten Jahren mittlerweile beruhigt. Berthold Schmid berichtete im Rahmen der Sitzung, dass im vergangenen Winter kein Rudel in Küssaberg gesichtet wurde. Unter anderem hat wohl auch die durch die Druckjagd entstehende Unruhe im Wald die Tiere Richtung Jestetten weiterziehen lassen. Was wiederum ein Grund dafür ist, warum Küssabergs Jägerschaft die Abschusspläne für das vergangene Jagdjahr nicht voll erfüllen konnte.

Insgesamt 80 Sikas, aufgeteilt in 19 Hirsche, 31 Tiere und 30 Kälber waren laut Plan freigegeben. Tatsächlich geschossen wurden 61 Tiere. Trotz allem empfahl Berthold Schmid mit Bürgermeister Manfred Weber, den in den letzten Jahren erfolgreich praktizierten Abschussplan für Küssaberg beizubehalten. „Die Situation kann sich jederzeit wieder ändern und die Rudel kehren zurück“ erläuterte der Revierleiter.

Der Gemeinderat stimme mit drei Enthaltungen für die vorgeschlagenen Abschusspläne. Vom 17. bis 25. April liegen diese zur Einsichtnahme für eventuell betroffene Jagdgenossen im Rathaus öffentlich aus. Diese werden dann zur endgültigen Genehmigung an das Kreisjagdamt weitergeleitet.