Nimmt man nur die täglichen Besucherzahlen des Freibads Reckingen, dann sind die trotz der anhaltenden Hitze auf den ersten Blick nicht spektakulär: Zwischen 500 und manchmal auch 700 Besucher finden täglich den Weg in das Familienbad. Rekordverdächtig ist allerdings die Gesamtzahl: Seit der Eröffnung wurden knapp 22 000 Badegäste registriert. Zum Vergleich: 2017 waren es in der gesamten Saison rund 21 000 Besucher.

Wassertemperatur bei 23 Grad

Der Rekord-Sommer von 2003 hatte von Mai bis September insgesamt 26 931 Kinder und Erwachsene in das Familienbad gelockt. Ob 2018 ein neues Rekordjahr wird, ist derzeit schwer vorherzusagen, erklärt der Bademeister Rino Schärrer. „Den Leuten ist es dieses Jahr zu heiß“, sagt er. Und wenn dann endlich mal der von der Natur lang ersehnte Regen kommt, bleiben die Besucher erst mal drei Tage weg. Positiv ist, dass es laut Schärrer bislang keine Badeunfälle gegeben hat. Die Wassertemperatur liegt aktuell bei 23 Grad.

Zusätzliche Arbeit

Neben den normalen täglichen Arbeiten im Freibad kommen für den Schwimmmeister dieses Jahr ein paar Besonderheiten dazu. Täglich werden bis zu 50 Kubik Frischwasser in die Becken gelassen, und die Chemie dazu muss angepasst werden. Weitere 300 bis 400 Liter Wasser benötigt Schärrer täglich, um den Rasen wenigstens im vorderen Bereich des Schwimmbads grün zu halten.“ Ansonsten würde es im Freibad ähnlich aussehen, wie in den meisten Gärten – braun!“ Teilweise muss der Schwimmmeister schon jetzt das Laub auflesen, da den Bäumen Wasser fehlt. Das ist normalerweise eine Arbeit, die erst ab Mitte September anfällt.

Gemeinde investiert 140000 Euro in Anlage

Für eine Gemeinde ist der Betrieb eines Freibads immer ein Zuschussbetrieb. So ist es auch in Küssaberg. Jährlich investiert die Gemeinde rund 140 000 Euro in die Freizeiteinrichtung. Bürgermeister Manfred Weber geht davon aus, dass es in diesem Jahr trotz der anhaltenden Trockenheit ähnlich aussehen wird: „Die Mehreinnahmen, auch durch gestiegene Eintrittspreise, werden sofort für mehr Betriebsmittel, mehr Wasserverbrauch und den allgemeinen Mehraufwand ausgegeben.“

Saison als Herausforderung

Für Heidi Schubert und ihr Team, die im Reckinger Freibad die Kasse betreuen und für das leibliche Wohl sorgen, ist diese Saison eine besondere Herausforderung. Die Arbeit am Pizzaofen, Friteusen, Spülmaschine ist im Sommer sowieso nicht leicht. Noch schwieriger wurde es allerdings während der anhaltenden Extremhitze von bis zu 39 Grad im Schatten. „In dem aufgeheizten Gebäude war es schon bei Arbeitsantritt am Morgen sehr warm, allein durch die Kühlschränke und den Einsatz der Spülmaschine.“ Trotz der anstrengenden Saison freut sich Heidi Schubert jeden Tag auf die Kinder, die ihr immer wieder besonders viel Spaß machen. Allerdings: „Leider gibt es bei bestimmten Eissorten seitens der Hersteller bereits Lieferschwierigkeiten.“