Nicht erst seit der Einwohnerversammlung ist bekannt, dass in Kadelburg zwei Bauprojekte von Investoren geplant sind, mit denen die Anwohner, auch aufgrund der Art der Bebauung, nicht einverstanden sind. Es handelt sich zum einen um das Vorhaben „Eckhau„, wo nach aktuellem Stand acht Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 26 Wohneinheiten entstehen sollen. 

Bereits vergangenes Jahr hatten die direkten Anwohner der Verwaltung und dem Gemeinderat eine Liste mit 267 Unterschriften überreicht, die die Bauart und vor allem die Größe als zu massiv empfinden. „Nachdem zahlreiche Bedenken und Anregungen aus der Bürgerschaft eingegangen sind, ist zunächst der Investor wieder am Zuge, der derzeit für sich selbst alternative Nutzungen auf den beiden Grundstücken überprüft und abwägt“ informierte Bürgermeister Manfred Weber im Rahmen der Einwohnerversammlung.

Auch „Im Freudenspiel„ war man von den Plänen des Investors alles andere als begeistert. Ähnlich wie bei der Interessengemeinschaft „Eckhau„, befürchtet man unter anderem die bisher vorgesehene, massive Bebauung. Nach einem Bebauungsplan aus dem Jahr 1983 sind auf dem Grundstück drei Terrassenhäuser mit pro Wohnung einem Parkplatz geplant. Allerdings möchte der jetzige Eigentümer stattdessen zwei Terrassenhäusern mit je sechs Vollgeschossen und einem zusätzlichen Garagengeschoss bauen, die insgesamt 28 Wohneinheiten und 50 Parkplätze bieten. Um eine realistische Vorstellung in Bezug auf die Massivität der Bauweise zu bekommen, wünschen sich Anwohner zunächst das Aufstellen eines Bauprofilgerüsts.

Auch eine Analyse des Baugrunds vor Baubeginn schlägt die Interessengemeinschaft vor. Hintergrund ist, dass es 1995 Im Freudenspiel zu einem massiven Hangrutsch kam, ausgelöst durch starke Regenfälle. Die Anwohner sorgen sich, was die massiven Erdbewegungen, die der Bau der Terrassenhäuser mit sich bringen würde, auslösen könnte. Ein erstes Treffen der Anwohner zusammen mit den Kadelburger Gemeinderäten hat bereits stattgefunden.

„Unsere Bedenken wurden freundlich aufgenommen“ resümierten die Sprecherinnen der Interessengemeinschaft, Doris Merten-Jäckel und Andrea Schnäbele. Während der Einwohnerversammlung erläuterte Bürgermeister Manfred Weber kurz die Vielseitigkeit eines solchen Projekts. Unter anderem hat die Gemeinde die Vorgabe, sogenannte Baulücken innerhalb der Gemeinde zu schließen, bevor neue Grundstücke ausgewiesen werden.