Es gibt wenige Bäume in der Gemeinde Küssaberg, die so intensiv das Ortsbild prägen, wie es die zwei gut 150 Jahre alten Linden am Grillplatz zwischen Rheinheim und Küssaberg tun. Letzterer wurde sogar nach ihnen benannt mit „Unter den Linden“. Wer im vergangenen Sommer etwas aufmerksamer die beiden Bäume beobachtet hat, konnte feststellen, dass es den Küssaberger Urgesteinen aktuell nicht gut geht. 

Auf Anregung von Gemeinderatsmitglied Peter Niemann, der selbst aus der Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht wurde, ließ die Verwaltung die beiden landschaftsprägenden Bäume von dem Fachunternehmen Baumzeug aus Bechtersbohl beurteilen.

Grob zusammengefasst, ist zunächst der Kleinere der zwei Bäume von einem holzzersetzenden Pilz befallen, was durch einen älteren und recht großen Ausbruch verursacht wurde. Eine weitere ältere Wunde, die mittlerweile auch zur Fäulnis geführt hat, befindet sich in Bodenhöhe. Der zweite Baum ist zwar nicht von dem Pilz befallen und steht gesundheitlich gut da, hat aber einen großen Ast, der nicht gut mit dem Stamm verbunden ist.

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Marion Ritter, die zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung, präsentierte dem Gremium während der öffentlichen Gemeinderatsitzung die Ergebnisse der Begutachtung sowie die verschiedenen Vorschläge, um die Verkehrssicherheit an dem Grillplatz „Unter den Linden“ wieder gewährleisten zu können. Außer Frage stand für den Gemeinderat eine Fällung oder starke Einkürzung der beiden Bäume. Die Mitglieder sprachen sich deshalb deutlich für den Erhalt aus.

In diesem Fall wurde von dem Fachunternehmen empfohlen, zunächst den vom Pilz befallenen Baum um vier bis fünf Meter einzukürzen, um die Windangriffsfläche zu verringern. Die größere Linde soll ebenfalls gekürzt werden. Zur Unterstützung des kranken Baumes sollte dieser mit Hilfe einer sogenannten „textilen, dynamischen Kronensicherung“ mit der großen Linde verbunden werden. Weiter sollten bei dem gesunden Baum aber auch die bruchgefährdeten Äste entlastet werden und einen Rückschnitt bekommen, sowie zur Unterstützung eine Kronensicherung.

Zusammen mit der Firma Lichtnow aus Wutöschingen bot das heimische Unternehmen Baumzeug diese Arbeiten für circa 4500 Euro an. Der Gemeinderat von Küssaberg bewilligte die Mittel und sprach sich für die Durchführung der Arbeiten im Winterhalbjahr aus. Zusätzlich sollen, sobald die in Höhe des Grillplatzes geplanten Ausgleichsmaßnahmen des Kraftwerk Reckingen durchgeführt wurden, zwei Neupflanzungen vorgenommen werden, die dann gegebenenfalls die beiden Linden ablösen könnten.

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