In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates befasste sich das Gremium mit der Anhebung der monatlichen Gebühren für die gemeindeeigenen Kindergärten. Sonja Keppeler, zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung informierte die Anwesenden über die aktuelle Situation, sowie den Vorschlag der Gemeinde zur Erhöhung der Gebühren.

Hauptkostenanteil sind die Personalkosten

Die Verwaltung der Gemeinde stellte eine Gebührenanhebung von 1 Euro in den Drei- und Vier-Kind-Familien bis hin zu 5 Euro bei Ein-Kind-Familien zur Diskussion. Prinzipiell strebt die Verwaltung eine Kostendeckung von 20 Prozent aus Elternanteilen an, liegt aber trotz der Erhöhungen in den vergangenen Jahren immer noch recht weit entfernt von dem Ziel.

Momentan liegen die Gesamtkosten für die drei Einrichtungen bei 1,81 Millionen Euro. Waren es in 2017 noch 16,88 Prozent Kostendeckung durch die Kindergartengebühren, sind es in diesem Jahr nur noch 15,91 Prozent. Gründe dafür sind zum Beispiel die erfreuliche Vollbesetzung aller offenen Stellen in den Kindertagesstätten.

"Der Hauptkostenanteil sind die Personalkosten" informierte Bürgermeister Manfred Weber das Gremium. Auch Investitionen wie die Eröffnung einer Ganztagesgruppe in Dangstetten oder Sanierungsmaßnahmen entfernt die Verwaltung wieder von den angestrebten 20 Prozent. Moderne und zeitgemäße Einrichtungen sind der Verwaltung und dem Gemeinderat wichtig. Ähnlich wie im vergangenen Jahr löste die Gebührenanhebung Diskussionen innerhalb des Gemeinderates aus.

Vor allem Ein-Kind-Familien von Erhöhung betroffen

Dass Küssaberg eine familienfreundliche Gemeinde ist, soll sich auch im Angebot der Kindertagesstätten widerspiegeln. Fokus der Beratung waren die Ein-Kind-Familien. Hier liegen die aktuellen Gebühren von 108 Euro im Regelkindergarten bis hin zu 370 Euro in der Kinderkrippe bei einer Betreuungszeit von bis zu 50 Wochenstunden.

Auch die Frage, welche Altersgruppe den meisten Betreuungsaufwand benötige und ob dort nicht eine deutlichere Erhöhung Sinn mache, wurde angesprochen.

Der Gemeinderat einigte sich auf eine Erhöhung von zehn Euro für die Ein-Kind-Familien. Die Ganztagesbetreuung und die Krippengruppe wird in diesem Jahr für Vier- und Mehrkind-Familien keine Erhöhung erhalten.

Ungewöhnlich wenig Interesse an Sitzung

Gemeinderat Gottfried Ritter bedauerte nach der Beratung um die Gebührenanhebung das für ihn mangelnde Interesse der betroffenen Anwohner. Die Zuschauerplätze zur öffentlichen Sitzung waren zu dem Tagesordnungspunkt leer. Ein Grund hierfür ist aber sicher auch die für Eltern von Kindergartenkindern problematische Uhrzeit, gab Susanne Böger zu Bedenken.