Küssaberg – Schade, dass der Rhein Hochwasser hatte und es dadurch zu gefährlich für Unterricht am Wasser wurde. Das Fischmobil kam dennoch – und die Fünft- und Sechstklässler der Gemeinschaftsschule Rheintal erlebten ein lebendiges „Fisch on Tour“ schon durch Rotauge, Wels, Barbe, Döbel und Rausche vom Angelsportverein Küssaberg in den Reusen im Schulbiotop.

Kescher für das Rheingewässer also blieben stecken. Dafür wurden von Ruben van Treeck andere Analyse- und Forschungshilfen ausgepackt. Der Biologe fährt das rollende Klassenzimmer des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg und ging mit den Fünftklässlern zunächst anhand einer bildlichen Darstellung dem Kindergarten am Wasser nach. Mit viel Freude ordneten die Schüler dem ausgewachsenen Plattbauch, der Eintags-, Stein- und Köcherfliege, der Zuckmücke und dem Bachflohkrebs die jeweiligen Larven zu und erlebten ein ausgeklügeltes pädagogisches Konzept zur Entdeckung ökologischer Zusammenhänge. Mittags spürten die Sechstklässler den Flüssen und Bächen und damit auch dem Thema Fisch im Rahmen ihres naturwissenschaftlichen Unterrichts nach: Das Thema gliedert sich laut Pädagogin Alexandra Isen ideal in die Projekttage zum Thema Wasser vom 20.¦bis 24.¦Juni an der Gemeinschaftsschule ein.

„Die Schüler waren schon im Vorfeld ganz neugierig auf das Fischmobil. Sie hatten sich darunter sogar ein Fahrzeug in Fischform vorgestellt“, ist von Stefanie Eichkorn zu hören. Der Pädagogin war es gelungen, das bei Schulen begehrte Umweltbildungsfahrzeug nach Küssaberg zu bekommen. An Bord sind physikalische und chemische Wasseranalysen möglich, können anhand des Kameramikroskops Fischschuppen oder Schlundzähne vergrößert und gemeinsam am großen Bildschirm angeschaut werden. „Gerade rechtzeitig“, wie Konrad Preiser vom Angelsportverein Küssaberg sagte, sei ihm am Abend zuvor ein Hecht in Reckingen an die Angel gegangen. Das „mittelprächtige“ Exemplar, wie es Preiser bezeichnete, war bei den Schülern schnell das Objekt der Neugier – unter dem Mikroskop ebenso wie mit bloßem Auge.

Übrigens: Dass der Sprinter Kastenwagen nicht in Fischform vorfuhr, war für alle ganz schnell unwichtig, angesichts der vielseitigen und hochwertigen Ausrüstung – und dem damit verbundenen spannenden Einblick von Biologe Ruben van Treeck und Konrad Preiser in die Welt der Gewässer.