Jeden Morgen holt der jeweils zuständige Schüler oder die Schülerin der Gemeinschaftsschule Rheintal im Lehrerzimmer eine Sanitätstasche ab und trägt diese den ganzen Tag bei sich, um im Notfall bei seinen Mitschülern erste Hilfe leisten zu können. Dabei handelt es sich um die Mitglieder der Sanitäts-AG, die im Schuljahr 2018/2019 gegründet wurde. Mittlerweile ist die Arbeit der Mitglieder schon so etabliert, dass alle Schüler wissen, wenn jemand ein Pflaster oder ähnliches braucht, müssen sie sich an diese Mitschüler wenden.

Vom klassischen Verband bis hin zum Abtransport. Die Kinder lernten in der Projektwoche viel Nützliches.
Vom klassischen Verband bis hin zum Abtransport. Die Kinder lernten in der Projektwoche viel Nützliches. | Bild: Gemeinschaftsschule Rheintal

Angefangen hat das alles dank Walter Probst. Der Bereitschaftsleiter der DRK-Ortsgruppe Küssaberg ist auf die Schule zugegangen und hat die Leitung einer Ersthelfer-AG angeboten. An einigen Schulen des Landkreises Waldshut ist eine solche Sanitäts-AG bereits erfolgreich etabliert. „Für mich war es da naheliegend, dass man hier auch etwas aufbauen kann“, erinnert sich Walter Probst. Jugendarbeit sei der Ortsgruppe schon immer wichtig gewesen und sie biete auch seit Langem eine Jugendrotkreuz-Gruppe an.

Gut ausgebildete Helfer

Auch für Bürgermeister Manfred Weber ist das Angebot von Walter Probst an der Gemeinschaftsschule ein tolles Projekt, dass er gerne unterstützt. „Der Name Walter Probst ist mit dem DRK-Ortsverein Küssaberg untrennbar verbunden. Sein Einsatz ist beispielhaft“, fasst Bürgermeister Weber das ehrenamtliche Engagement des DRK-Bereitschaftsleiters zusammen. Gut zwölf Kinder und Silke Hofacker als zuständige Lehrerin für die AG haben im Januar an einer klassischen Erste-Hilfe-Ausbildung teilgenommen. An vier Nachmittagen kam das DRK in die Schule. „Erst dann konnten wir richtig beginnen“, erinnert sich Silke Hofacker an die Anfänge der AG. Es folgte eine wöchentliche Schulung von Walter Probst, bei der auch verschiedene Szenarien nachgespielt wurden.

Während der Projektwoche konnten interessierte Schüler viel über die Arbeit in der Sanitäts-AG erfahren.
Während der Projektwoche konnten interessierte Schüler viel über die Arbeit in der Sanitäts-AG erfahren. | Bild: Gemeinschaftsschule Rheintal

Mittlerweile kennen sich die Mitglieder der Sanitäts-AG bestens mit Pflaster und Ähnlichem aus, können bei Bedarf problemlos einen Krankenwagen einweisen und die Sanitäter entsprechend informieren, was vorgefallen ist. „Zum Glück ist bisher nichts Dramatisches passiert“, fasst Silke Holzwarth die Zeit seit der Gründung zusammen.

Mit dem Beginn des aktuellen Schuljahrs haben die ursprünglich ausgebildeten Schüler die siebte Klasse vollendet und nach Hohentengen gewechselt. Aktuell hat die Sanitäts-AG sechs Mitglieder aus den Klassen sechs und sieben. „Wir müssen immer wieder nachausbilden“, erklärt Silke Hofacker und freut sich über das Team aus aktuell jeweils drei Jungen und Mädchen, „auf das man sich voll und ganz verlassen kann“, wie sie sagt.